Wissenschaftliche Tagung
Erich Kästner zwischen 1933 und 1945 Regimegegner – innerer Emigrant – Opportunist?
Erich Kästner ist 1933 nicht emigriert, anders als die meisten seiner literarischen Freundinnen und Freunde, obwohl seine Bücher verbrannt und aus den Bibliotheken entfernt wurden – lediglich “Emil und die Detektive” hielt sich noch ein paar Jahre länger. Er sei zwölf Jahre verboten gewesen, ist eine Standard-Formulierung des Autors, die er in den fünfziger Jahren mehrmals gebraucht hat. Über seine Gründe, im Land zu bleiben, ist viel spekuliert worden; immerhin wäre er als international erfolgreicher Kinderbuchautor einer der ganz wenigen gewesen, die sich das Exil materiell
hätten leisten können, neben einer Handvoll weiterer Autoren der vorausgegangenen Generation – Thomas Mann, Franz Werfel, Stefan Zweig.
Erich Kästner hat seine Jahre in der Diktatur eher schmallippig und sich selbst wieder holend kommentiert; die Debatten über seine Arbeiten und sein Überleben im Nationalsozialismus sind dagegen mittlerweile fast ausufernd, wenn auch zum Teil ebenfalls repetitiv und ohne genauen Blick
auf Kontexte – auf das, was es bedeutet hat, in dieser Diktatur leben und schreiben zu müssen. Die Tagung soll zu einer vorläufigen Bilanz gelangen; zu einzelnen Werken dieser Zeit, und zu quellengestützten Gesamteinschätzungen Kästners zwischen Opportunismus und Gegnerschaft.
Leitung: Sven Hanuschek & Gideon Stiening
Weitere Informationen zur Tagung und dem Begleitprogramm finden Sie hier.
Tagungsprogramm als PDF.
Die Tagung ist öffentlich und kostenfrei.
Anmeldung per E-Mail bitte an: anmeldung@ijb.de
Eine Veranstaltung des Fördervereins Erich Kästner Forschung e.V. und der Stiftung Internationale Jugendbibliothek.