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Okt 22
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07
Okt 22

Interdisziplinäre Tagung


No Future Now? Dystopien und Apokalypsen

Jella-Lepman-Saal

In Krisenzeiten haben Fiktionen des Dystopischen und des Apokalyptischen Hochkonjunktur. Die Angst vor dem drohenden Ende der gewohnten Lebensbedingungen und des ökologischen Gleichgewichts sowie der gesellschaftlichen Ordnung stabilisierenden Faktoren lässt sich bis in die ältesten literarischen Zeugnisse der Menschheit zurückverfolgen. Und auch heute, im Zeitalter des Bewusstseins einer anhaltenden globalen Krisensituation des Anthropozäns, erleben die Genres der Dystopie und der (Post-)Apokalypse eine neue Blütezeit, deren Exponenten sich nicht nur in die etablierten literarischen Modelle und Traditionslinien einschreiben, sondern auch mit zum Teil überwältigendem kommerziellen Erfolg Eingang in die Jugendliteratur gefunden haben..

Die interdisziplinär ausgerichtete Tagung möchte historische Entwicklungslinien in Literatur, Bildender Kunst und Film ebenso nachzeichnen wie aktuelle Tendenzen skizzieren. Dabei werden Fragen kultureller und medialer Bedingungen ebenso abgebildet wie ideologische Orientierungen und Intentionen. Damit verbunden ist die Problematik der jeweiligen Rezeption, die sich im Fall der Jugendliteratur in ganz besonderem Maße stellt. Wieviel Zukunftsangst ist jungen Leserinnen und Lesern zuzumuten? Und tragen solche fiktiven Schreckensszenarien etwa indirekt zur Etablierung jugendlicher Protestbewegungen (von der Anti-Atomkraft-Bewegung bis zu Fridays for Future) bei?

Leitung: Prof. Dr. Markus May (LMU) und Dr. Christiane Raabe (IJB)

Das Tagungsprogramm wird im Frühsommer veröffentlicht.