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Olchis im Bücherschloss
Am 9. Dezember wurde der Jella-Lepman-Saal einen Nachmittag lang
zum festlich dekorierten Müllhaufen, als Erhard Dietl, der Erfinder
der Olchis, zusammen mit über 140 Kindern und Eltern „olchige“
Weihnachten feierte. Die kleinen Fans der grünen Müllmonster hatten
sich dafür mächtig in Schale geschmissen. Viele kamen als
Weihnachtsolchis und Olchi-Engel verkleidet und der Fantasie waren
dabei keine Grenzen gesetzt. Hörhörner in allen Variationen blitzten
während der Lesung im Publikum auf. Genauso großen Erfindungsgeist
zeigten die Kinder beim selbstgebastelten Weihnachtsschmuck.
Olchi-Schleim, Fischgrätanhänger, Glühbirnkugeln und noch viel mehr
„Müll“ verwandelten die Tanne in den garantiert schönsten Christbaum
Schmuddelfings.Passend dazu las Erhard Dietl aus „Die Olchis feiern
Weihnachen“ und zauberte nur mit Hilfe von Flipchart und Marker
einen waschechten Olchi auf die Bühne. Zu guter Letzt gab es sogar
noch eine Bescherung. Unter allen verkleideten Kindern verloste der
Autor und Illustrator großzügig Olchi-Bücher, Kassetten und
CDs.Engel, Baum, Geschenke und Geschichten: eigentlich fast alles
wie beim richtigen Weihnachtsfest – nur vielleicht ein bisschen
unordentlicher. (vs) |
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Die Internationale Jugendbibliothek in Afrika
Auf Einladung des Goethe-Instituts reiste Dr. Elena Kilian, die für
das französische Lektorat der Internationalen Jugendbibliothek
zuständig ist, im November für einige Tage nach Burkina Faso. Sie
besuchte die Internationale Buchmesse in Ouagadougou und hielt dort
einen Vortrag über die deutsche Kinderbuchillustration. (vs) |
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Die Internationale Jugendbibliothek auf
der Frankfurter Buchmesse
Auch in diesem Jahr ist die Internationale Jugendbibliothek
wieder mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse
vertreten. Besuchen Sie uns von 15. bis 20. Oktober 2008 in Halle
3.0 J336.
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28. September 2008
Großes Robinson-Familienfest
Hisst die Segel! Piekst die Korken! Unter diesem Motto bastelten
beim großen Robinson-Familienfest in der Internationalen
Jugendbibliothek Groß und Klein die fantastischsten Miniboote. Vom
einfachen Floß, über den sportlichen Katamaran, bis hin zum
zweistöckigen Luxusliner war alles dabei. Diejenigen, die an den
Tischen zum Bootsbau gerade keinen Platz fanden, konnten ihre
Kreativität beim Specksteinschleifen, Hüttenbau oder Formen mit Lehm
freien Lauf lassen oder sich beim Kokosnusskegeln und Hürdenlauf mit
Orangenfracht austoben. Etwas ruhiger hingegen ging es auf dem
Lesefloß zu. Dort wurden einige der zahlreichen literarischen
Vorlagen zu den Mitmachaktionen vorgestellt. Die Kinder hörten
gespannt den Passagen aus Daniel Defoes Robinson Crusoe und
anderen Inselabenteuern zu und stimmten sich so auf die neue
Jahresausstellung ein, die beim
Fest eröffnet wurde.
„Kein Land
war zu sehen“ – Robinsonaden in der internationalen Kinder- und
Jugendliteratur
wird noch bis
September 2009 in der Schatzkammer von Schloss Blutenburg zu sehen
sein. Gezeigt werden ca. 100 internationale Buchausgaben, die von
der meist unfreiwilligen Isolation auf einer Insel fernab der
vertrauten, vermeintlich zivilisierten Welt, erzählen. Eine
Vielfalt, die überrascht: Neben kunstvoll illustrierten Robinsonaden
aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen moderne Ausgaben sowie einige
Pop-Up-Bücher und historische Papiertheater. Jules Vernes Zwei
Jahre Ferien ist ebenso zu finden wie Herr der Fliegen
von William Golding oder Die Insel der blauen Delphine von
Scott O´Dell. Büchern natürlich, aber auch Textzitate, Kommentare,
Landkarten und „Fundstücke“ begleiten die Besucher auf diesem
Streifzug durch literarische Inselwelten. (vs) |
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25. September 2008
Eröffnung der Ausstellung Die Kinderbuchbrücke
Eines wurde bei der Eröffnung der Ausstellung Die
Kinderbuchbrücke. Die Anfänge der Internationalen Jugendbibliothek in der
Münchner Nachkriegszeit ganz deutlich: Jella Lepman hat sie alle
– Kinder, Förderer und Wegbegleiter – mit ihrer unglaublichen
Energie und Leidenschaft beeindruckt! Gleich nach Kriegsende setzte
sich die jüdische Journalistin für die kulturelle Bildung deutscher
Kinder ein und gründete 1949 die Internationale Jugendbibliothek in
der Kaulbachstraße 11a in München. Die Kinderbuchbrücke
zeichnet ein lebendiges Bild der ebenso aufregenden wie liebevoll
chaotischen Anfangszeit der Einrichtung, tief geprägt von Jella
Lepman. Höhepunkt der Auftaktveranstaltung war ein Podiumsgespräch
mit Dr. Hildegard Hamm-Brücher, den Zeitzeugen Manfred Purzer, Dr.
Nina Gockerell und Ursula Erber, sowie der Kuratorin Anke Buettner.
Sie alle konnten sich in der einen oder anderen Form noch gut an die
energische Dame mit dem schwäbischen Akzent erinnern, die ständig
mit Gott und der Welt zu telefonieren schien um ihnen diesen
einmaligen Ort zu erhalten. Während Dr. Hildegard Hamm-Brücher,
damals schon wissenschaftliche Mitarbeiterin der Neuen Zeitung,
lebhaft die Umstände und Nöte der Zeit schilderte, waren Ursula
Erber und Manfred Purzer vor allem auch die vielen neuen und
spannenden Bücher gegenwärtig, die aus der ganzen Welt kamen und in
der Kaulbachstraße frei zugänglich waren – für die Zeit revolutionär
im Bibliothekswesen. Dr. Nina Gockerell schwärmte vom Malstudio
unter der Leitung von Ferdinand Steidle, der es wie kein anderer
verstand, die Kreativität und Phantasie seiner Schülerinnen und
Schüler zu wecken. Egal in welche Richtung die Erinnerungen gingen,
es klang immer die Begeisterung das einzigartige Projekt und dessen
Begründerin mit. Die Internationale Jugendbibliothek war für die
damalige Zeit ein kleines Wunder, und dieses Wunder versucht auch
die Ausstellung ihren Besuchern näher zu bringen. Sie ist noch bis
zum 31. Oktober in der Glashalle West im Kulturzentrum Gasteig zu
sehen.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 8-23 Uhr (vs)
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15. September 2008
Vortrag und Lesung „Von Trotzkopf bis Pippi Langstrumpf“
Ein literarisch-biographischer Streifzug durch die Kinder- und
Jugendliteratur der 50er Jahre.
Die Veranstaltung am 15. September war gewissermaßen die Ouvertüre
zur Ausstellung Die Kinderbuchbrücke. Die Anfänge der
Internationalen Jugendbibliothek in der Münchner Nachkriegszeit.
Dr. Barbara Scharioth, die ehemalige Direktorin der Internationalen
Jugendbibliothek, blickte zurück in die 50er Jahre, in ihre eigene
Kindheit, und lud ein zu einem sehr persönlichen Spaziergang durch
die Kinder- und Jugendliteratur dieser Jahre. Angereichert mit
Anekdoten und Erinnerungen stellte sie eine Auswahl an Büchern vor,
deren Geschichten und Charaktere durch die warme, ausdruckstarke
Vorlesestimme von Julia Cortis, Sprecherin beim Bayerischen
Rundfunk, zum Leben erweckt wurden.
Wiederaufgelegte Klassiker wie Emmy von Rhodens Trotzkopf
oder Selma Lagerlöfs Die wunderbare Reise des kleinen Nils
Holgersson mit den Wildgänsen waren ebenso mit von der Partie
wie Neuerscheinungen der 1940er und 1950er Jahre; allen voran Astrid
Lindgrens Pippi Langstrumpf oder Kurt Helds Die rote Zora,
die mit ihren starken, unangepassten Hauptfiguren Kinder
begeisterten und Eltern entrüsteten. Dr. Scharioths Auswahl traf
offensichtlich auf breite Zustimmung bei den Gästen, die bald in
nostalgischer Erinnerung schwelgten: „Ich wusste gar nicht mehr, was
ich alles gelesen habe!“ In der Diskussion und nach der
Veranstaltung tauschten sie sich bei einem Glas Wein noch lange über
den Hunger nach Büchern in den 50ern und ihre persönlichen
Lieblingsgeschichten aus. (vs)

Dr. Barbara Scharioth |
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Julia Cortis |
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Neue Stipendiatin in der
Internationalen Jugendbibliothek
Nach einem Zwischenstopp in Kopenhagen beim diesjährigen IBBY
World Congress, kam Taraneh Matloob in der Internationalen
Jugendbibliothek am 15. September an. Hier wird die 39jährige
Iranerin aus Teheran im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur
forschen. Ihr Thema: Multikulturalität. Sie möchte sich ein Bild
darüber machen, in wieweit Einflüsse aus fremden Kulturen in der
internationalen Kinder- und Jugendliteratur eine Rolle spielen und
wie sich diese in den Geschichten bemerkbar machen. Taraneh Matloob
schloss ihr Studium mit einem Master in Computer Based Learning and
Training in England an der University of Southampton ab und arbeitet
nun hauptberuflich als Programmiererin in der iranischen
Zentralbank. Nebenberuflich engagiert sie sich aber schon seit
einigen Jahren im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Beim
Children’s Book Council of Iran ist sie als Kritikerin tätig und
leitet die Electronic Books Abteilung. Als Autorin veröffentlichte
sie seit 2000 sechs Kindergeschichten in Zeitschriften und vier
Kinder- und Jugendbücher; ein fünftes wird gerade illustriert. Bis
Anfang Dezember hat sie nun Teheran gegen München getauscht, und
wird hier, neben ihrer Recherche, die „Einflüsse fremder Kulturen“
am eigenen Leib erfahren. (vs)
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19. und 20. Juli
Die Internationale Jugendbibliothek auf dem Altstadtringfest
Natürlich durfte auf Münchens Geburtstagsfete der Superlative
auch die Internationale Jugendbibliothek nicht fehlen. Schließlich
gehört sie seit fast 60 Jahren zum kulturellen Leben der Stadt. Auf
dem Altstadtringfest zog ein großes Schaubild die Bummler an. Viele
erkannten in dem Wimmelbild nach einem Original von Ali Mitgutsch
sofort Schloss Blutenburg, Heimat der Bibliothek, wieder. Doch auch
auf den zweiten Blick gab es für Kinder und Erwachsene einiges zu
entdecken. Hinter zehn Türchen fanden sie Informationen über die
Räumlichkeiten und Aufgaben der Internationalen Jugendbibliothek.
Ein Quiz testete das neu erworbene Wissen, und mit etwas Glück
winkten als Gewinn Freikarten für den nächsten Erzählnachmittag mit
Katharina Ritter. (vs)
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4. Juli 2008
Astrid-Lindgren-Bücherfest
Am Freitag, den 4. Juli lud die Internationale Jugendbibliothek zum
Astrid-Lindgren-Bücherfest ein, und zahlreiche Besucher feierten
mit. Das kunterbunte Unterhaltungsprogramm hielt für jeden etwas
bereit. Während die Großen über den internationalen Bücherflohmarkt
schlenderten, hatten die Kinder an den Basteltischen ihren Spaß, bis
die bekannte Münchner Geschichtenerzählerin Katharina Ritter die
Besucher mit ihrer Ohrangel in den oberen Schlosshof lockte. Dort
fand der Höhepunkt des Bücherfestes statt: Die feierliche Einweihung
eines Denkmals zu Ehren der großen schwedischen Kinderbuchautorin
Astrid Lindgren. Mit Lindgren-Märchen und -Liedern stimmten sich die
Zuschauer auf den Moment der Enthüllung ein. Nach einigen Grußworten
von Stadträtin Ursula Sabathil, Christiane Raabe, der Direktorin der
Internationalen Jugendbibliothek, und Peter Nickl, dem
Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Internationale Jugendbibliothek,
war es dann soweit, und Kinder präsentierten die farbenfrohe
Skulptur des Passauer Bildhauers Hans Fischer. Der anwesende
Künstler erntete viel Lob für sein Werk. Die Figur, auf dem Rücken
eines Pferdes symbolisiere die grenzensprengende Kraft und
Selbstständigkeit der Romanhelden Astrid Lindgrens. Obwohl es keine
Anlehnung an vorhandene Illustrationen geben sollte, erinnerte die
Skulptur wohl viele an das stärkste Kind der Autorin; Vor allem als
der schwedische Chor zum Abschluss „Här kommer Pippi Långstrump“
anstimmte. (vs)
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24. Juni 2008
Eine gemeinsame Benefizveranstaltung
des Rotary-Clubs und des Lion-Clubs in der Münchner Akademie der
Schönen Künste brachte 3.500 Euro zusammen. Rund 200 Gäste waren von
der Dichterlesung mit Imre Kertesz, Nobelpreisträger für Literatur
des Jahres 2002, begeistert und spendeten eifrig zu Gunsten eines
Projekts der Internationalen Jugendbibliothek. Die vermittelt in
ihrer Arbeit zu „Early Literacy“ Kindern im Vorschulalter unter
Einbezug der Eltern und Erzieherinnen die Lust am Lesen, stellt den
Bezug zum Kinderbuch her und motiviert die Eltern das wieder
aufleben zu lassen, was in unserer Gesellschaft selten geworden ist:
das Vorlesen. Mit der Spende kann das Projekt nun ein weiteres Jahr
fortgesetzt werden.
Die beiden Präsidenten der Clubs, Norbert Fiss vom Rotary Club
München-Englischer Garten und Robert Gareißen vom Lions Club
München-Geiselgasteig, überreichten der Direktorin Dr. Christiane
Raabe den Scheck persönlich. (vs)
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24. Juni
2008
Ein Tag mit Azouz Begag
Mit dem Schriftsteller, Soziologen und ehemaligen Mitglied des
französischen Kabinetts, Azouz Begag, hatte die Internationale
Jugendbibliothek nicht nur eine hochkarätige Persönlichkeit zu Gast,
sondern auch einen geborenen Entertainer. Der Franzose, dessen
Eltern in den 1940er Jahren aus Algerien nach Lyon kamen, erfreute
sich schon im Vorfeld seines Besuchs großer Beliebtheit bei
Französischklassen in ganz Bayern. Der Andrang auf das
Schulklassenprogramm am Vormittag war so enorm, dass kurzfristig
eine Zusatzveranstaltung für den frühen Nachmittag anberaumt wurde.
Insgesamt fanden über 200 Schüler den Weg ins Bücherschloss, um den
Mann, von dem sie im Unterricht schon viel gehört hatten, einmal
live zu erleben.
Azouz Begag enttäuschte nicht. Charmant und multilingual erzählte,
sang und schauspielerte er aus seinem Leben. Im französischen
„Slum“ geboren, wuchs er inmitten der arabischen Enklave Lyons auf.
Er besuchte als einziges Kind seines Viertels das Gymnasium,
schaffte den Sprung auf die Universität, promovierte und war von
2005-2007 beigeordneter Minister für Chancengleichheit.
Begags Eltern waren als Analphabeten nach Frankreich gekommen („analphabètes
mais pas bêtes“) um
ihren Kindern eine Zukunft bieten zu können. Für sie war Bildung das
beste Kapital. Durch Bücher, so Begags Vater, erlangst du Freiheit.
Heute vertritt der Sohn in Lesungen diese Überzeugung, und sieht
darin einen Grund für seine Entscheidung Schriftsteller zu werden.
In Romanen schildert er seine Kindheit in Lyon.
Azouz Begag, der schon als Junge auf dem schmalen Grad zwischen den
Kulturen balancierte, zu Hause arabisch und in der Schule
französisch sprach, sieht sich selbst als Grenzgänger. Es sei
wichtig Grenzen zu überschreiten, sich ohne Angst auf Neues
einzulassen. Dies betonte er nicht nur in den Schulklassenprogrammen
sondern auch in der Abendveranstaltung, zu der noch einmal 120 Gäste
in die Internationale Jugendbibliothek strömten. Und sie alle waren
begeistert von dem Multitalent, das mit viel Charme und Humor für
eine multikulturelle Gesellschaft eintrat. (vs)
Auch diese Veranstaltung fand im Rahmen der Ausstellung "Paradiesische Aussichten. Der Islam im Spiegel
westlicher Kinder- und Jugendbücher" statt. |
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23. Juni 2008
Autorenbegegnung mit Aygen-Sibel Çelik
Zum Auftakt der Ausstellung „Paradiesische Aussichten. Der Islam im
Spiegel westlicher Kinder- und Jugendbücher“ las Aygen-Sibel Çelik
im Bücherschloss aus ihrem Roman Seidenhaar. Die Autorin
wurde in der Türkei geboren und lebt seit ihrer frühen Kindheit in
der Nähe von Frankfurt am Main. Auf Grund ihrer Herkunft und
Religion muss sich die Muslimin immer wieder mit Vorurteilen
auseinandersetzen. In ihrem Roman schreibt sie vehement dagegen an
und wählt dazu das Paradebeispiel unter den muslimischen Symbolen:
das Kopftuch. Die beiden Protagonistinnen Sinem und Canan sind beide
Türkinnen, doch während Canan ihr Kopftuch aus Überzeugung trägt,
ist sich Sinem sicher, dass dieses „Stück Stoff“ nur das Leben
einengt.
Anstatt die zu diesem Thema weit verbreiteten stereotypen
Sichtweisen wiederzugeben, arbeitet Çelik in ihrer Darstellung der
verschiedenen Beweggründe beider Mädchen die Komplexität der Frage
„Kopftuch, ja oder nein“ heraus. Seidenhaar ist ihr Plädoyer
gegen eine vorurteilsbehaftete Verallgemeinerung verschiedener
Kulturen und für das Recht jedes einzelnen auf Individualität. Das
betonte Sie auch in der Lesung vor rund 70 Jugendlichen aus Münchner
Schulen immer wieder.
Wie sehr sie damit den Nerv der Schüler traf wurde bei der an die
Lesung anschließenden Diskussions- und Fragenrunde deutlich. Vor
allem junge Musliminen, manche von ihnen selbst Kopftuchträgerinnen,
meldeten sich zu Wort, und berichteten von eigenen Erfahrungen mit
Vorurteilen. Begriffe wie „Respekt“ und „echtes Interesse“ wurden
oft wiederholt, und machten deutlich, dass die Jugendlichen dem
Dialog zwischen den Kulturen, die offene Verständigung, sowohl
suchen als auch begrüßen. Für das Projekt „Paradiesische
Aussichten“, das genau diesem Dialog eine Plattform bieten möchte,
war Aygen-Sibel Çeliks Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek ein
Auftakt, der anspornt. (vs)
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5.
Juni 2008
Wolf Erlbruch begeistert!
Das machten die rund 150 Gäste, die sogar aus Hamburg und
Zagreb zur Eröffnung der Ausstellung „Messer, Schere, Licht.
Bilder und Objekte von Wolf Erlbruch“ angereist waren wieder
einmal deutlich.
Der Titel der Ausstellung weist den Weg zum eigenwilligen
Arbeitsstil des Künstlers: Messer und Schere, unabdingbare
Werkzeuge für die Entstehung seiner Collagen. Dazu das Spiel
mit dem Licht, das den Bildern Leben einhaucht. Mit
verschiedensten Materialien, mit Witz, Humor und einer
unbändigen Lust am Experimentieren und Chiffrieren schafft
Wolf Erlbruch unverwechselbare Bildwelten, die zum Staunen
einladen. Und das taten die Gäste der Vernissage ausgiebig.
In über 50 Metern Tischvitrinen sind noch bis 17. Juli
zahlreiche Originale zu den Bilder- und Kinderbüchern des
Künstlers ausgestellt. Zwischendrin finden sich immer wieder
persönliche Referenzen, die ihm als Ideenquelle und
Inspiration dienten.
Dass Wolf Erlbruch maßgeblich an Konzeption und Aufbau der
Ausstellung beteiligt war, erkennt man auch an der von ihm
eigens dafür angefertigten, großformatigen Collagenwand. Mit
Notizen, Zetteln, Skizzen, Fotos und Bildern gespickt,
erinnert sie an die Pinnwände in seinem Atelier und
ermöglicht es den Besuchern sich in die Arbeitsweise des
Künstlers einzufühlen.
Bei der Vernissage hatten die Gäste zudem die einzigartige
Gelegenheit, Wolf Erlbruch in Aktion zu erleben. Nach einer
Begrüßung durch Dr. Christiane Raabe, Direktorin der
Internationalen Jugendbibliothek, und einer Laudatio von
Renate Raecke, ihres Zeichens Journalistin, Autorin und
Erlbruch-Kennerin, ließ der Künstler selbst seine Bilder
sprechen. Mit schnellem schwarzem Strich auf Overheadfolien
zeichnend, projizierte er die Geschichte von Frau Meier,
die Amsel, gelesen von Dr. Andreas Bode, auf Leinwand.
Die dabei entstandenen Bilder wurden im Anschluss ans
Publikum versteigert. Der Erlös kommt der
Leseförderungsarbeit des Hauses zu Gute.
Diejenigen, die dabei leer ausgingen, konnten sich ihre ganz
persönliche Widmung während der Autogrammstunde sichern.
Unermüdlich zeichnete und signierte Wolf Erlbruch bis in den
späten Abend, um jedes der ihm vorgelegten Bücher in ein
kostbares Unikat zu verwandeln, und auch noch den letzten
Besucher glücklich auf den Nachhauseweg zu schicken. (vs) |




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28. Mai
2008
Zeichenforscherclub
Anlässlich des Weltspieltags stellten die jungen Forscherinnen und
Forscher des Zeichenforscherclubs am 28. Mai ihre eigene Knete her.
Mit viel Mehl, Salz, Wasser und einer geheimnisvollen Zutat ging es
ans Werk. Es dauerte nicht lange, da hatte jedes Kind ein Stück
„Teig“ in der Hand, das es mit viel bunter Lebensmittelfarbe
einfärben konnte. Natürlich durfte jeder seine Knete mit nach Hause
nehmen, wo sie, im Kühlschrank gelagert, lange weich und formbar
bleibt. (vs)
Nächster Zeichenforscherclub: 11. Juni 2008 |
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27. Mai 2008
Round Table
Beim Round Table stellten die ausländischen Stipendiaten der
Internationalen Jugendbibliothek den Mitarbeitern ihre Projekte vor.
Die vier Gäste arbeiten zu den unterschiedlichsten Aspekten von
Kinder- und Jugendliteratur. Professorin Junko Yokota, Leiterin des
Centres for Teaching Through Children’s Books in Illinois, sprach
über ihre Recherchen zu sozialer Gerechtigkeit in der
internationalen Kinderliteratur. Koji Yoshida forscht im Auftrag
seines Arbeitgebers, dem japanischen Verlag Kodansha, zu den
Charakteristika von Gute-Nacht-Geschichten in Europa und Amerika.
Einen literaturtheoretischen Ansatz verfolgt der spanische
Journalist Gustavo Puerto Leisse, der sich mit der Darstellung von
Kindheit in Kinderbüchern beschäftigt. Die Kanadische
Schriftstellerin Linda Brousseau rundete die Veranstaltung mit einem
Bericht über Ihre Arbeit zu Tod und Sterben in Kinder- und
Jugendbüchern, ab. Die Vorträge und die anschließenden, lebhaften
Diskussionen zeigten, wie sehr sowohl die Mitarbeiter der
Internationalen Jugendbibliothek als auch ihre Gäste von einem regen
Austausch profitieren. (vs) |
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9. Mai
Schulklassenprogramm mit
Reinhard Michl
26 Kinder der Dom-Pedro-Schule in München kamen in den Genuss
einer sehr persönlichen Begegnung mit Reinhard Michl. Gemeinsam
begaben sich der Künstler und die Schüler/innen auf
Entdeckungsreise durch die ausgestellten Skizzenbücher,
rezitierten Guggenmoos-Gedichte, stellten unzählige und sehr
direkte Fragen und bekamen ehrliche und aufschlussreiche
Antworten. Die anschließende Kostprobe des „schnellen Strichs“
im Malstudio versetzte die Klasse in echte Bewunderung und so
manch einer wollte hinterher gerne selbst noch mal zum Stift
greifen. (cg)
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7. Mai
2008
Die Gänsemagd
Über 80 Kinder folgten gebannt dem Stabfiguren-Spiel des
Episburger Figurentheaters, das mit dem Grimm’schen Märchen „Die
Gänsemagd“ zu Gast im Bücherschloss war.(cg)
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5.
bis 29. Mai
Verboten und verfolgt: Erinnerung an Kinderbuchautoren im
Nationalsozialismus anlässlich der Gedenkwoche zum 75. Jahrestag der
Bücherverbrennung am 10. Mai 1933
Im Rahmen der Gedenkwoche erinnert die Internationale
Jugendbibliothek an
Else Ury, Erich Kästner und den Illustrator
Walter Trier, Jella Lepman, Gründerin der Internationalen
Jugendbibliothek, Erich Ohser, Anna Maria Jokl, und Ruth Rewald,
deren Werke dem
nationalsozialistischen Regime zum Opfer fielen. (cg) |
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Seit
Anfang Mai:
Stipendiatin aus
Kanada
Seit Anfang Mai forscht Linda Brousseau in den Bücherschätzen der
Internationalen Jugendbibliothek. Die Franko-Kanadierin wurde 1955
in Montréal in der Provinz Quebec geboren. Durch ihren
abwechslungsreichen Lebenslauf zieht sich die Literatur wie ein
roter Faden. Nach ihrem Studium (u. a. Literatur und
Sozialpsychologie), arbeitete sie als Journalistin, Bibliothekarin
und Lektorin. Bis vor sechs Jahren leitete sie die Fédération
Québécoise du Loisir Littéraire, eine Fördergruppe die
Werkstätten und Veranstaltungen rund um die Literatur anbietet.
Neben alldem schreibt sie seit über 15 Jahren Kinderbücher. Das
Thema ihres nächsten Buchprojekts, angeregt durch ihren
Freiwilligendienst in einem Sterbehospiz, hat sie nun nach München
geführt. In der Internationen Jugendbibliothek recherchiert sie wie
Tod und Sterben in Kinder- und Jugendbüchern vermittelt werden. (vs)
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28. April:
Gudrun Pausewang für Schulklassen
Die 80jährige Autorin war im Rahmen der ihr gewidmeten Ausstellung
„Wie die Welt ist und wie sie sein sollte“ zu Gast in der
Internationalen Jugendbibliothek. Vor über 100 Schülern erzählte sie
aus ihrem Leben als Lehrerin und Schriftstellerin und las aus dem
Roman „Die Wolke“. (vs) |
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24. April:

Ausstellungseröffnung „Immer dieser Michl“
Fast 200 Gäste, darunter zahlreiche Freunde und Wegbegleiter, waren
zur Eröffnung der Ausstellung „Immer dieser Michl“ ins Bücherschloss
gekommen, um einen Blick auf die Skizzenbücher von Reinhard Michl
aus drei Jahrzehnten zu werfen. Auf sehr lebendige Weise zeigen die
ausgestellten Bücher die große Könnerschaft des Münchner
Illustrators, der die wirklichkeitsgetreue Skizze ebenso wie die
spontan hingeworfene Karikatur beherrscht, wie die ehemalige
Verlegerin Maria Friedrich und der befreundete Künstler Quint
Buchholz in ihren Reden betonten. (cg) |
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In der IJB seit
16. April:
Gustavo Puerta Leisse, Spanien
Gustavo Puerta Leisse wurde vor 35 Jahren in Venezuela geboren. Nach
dem Studium der Philosophie machte er sich ein Jahr lang auf eine
große Reise durch den Mittelmeerraum und landete schließlich in
Madrid, wo er heute lebt. In der spanischen Hauptstadt lernte er in
einem Kinderbuchladen seine Ehefrau kennen. Ihre Interessen färbten
auf ihn ab. Seit zwei Jahren arbeitet Gustavo Puerta als Redakteur
bei Educación y Biblioteca, einer spanischen Fachzeitschrift
für Kinderliteratur. Außerdem unterrichtet er an der Universitat
Autònoma de Barcelona und leitet regelmäßig Lehrerfortbildungen –
alles im Bereich der Kinderliteratur. In der Internationalen
Jugendbibliothek wird er bis Ende Juli forschen. Gustavo Puertas
Interesse gilt den Vorstellungen und Konzepten von Kindheit, die
Autoren und Illustratoren in ihren Texten und Bildern umsetzen. Zu
diesem Zweck vergleicht er, von einem literaturtheoretischen Ansatz
ausgehend, historische und zeitgenössische Kinderliteratur. |
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9. April
Schüler begegnen wallonischen Bilderbuchkünstlern
Münchner Schülerinnen und Schüler konnten am 9. April 2008 mit drei
belgischen Kinderbuchillustratoren zeichnen und sie zu Ihrer Arbeit
„löchern“. Anne Herbauts besuchte die Realschule Puchheim, wo sie
den Schülern ihr Buch „Lundi“ vorstellte, das sich auf den
verschiedensten Ebenen mit ihrem Lieblingsthema der Zeit
beschäftigt. Kitty Crowther sprach mit französischen Kindern der
Europäischen Schule und stellte sich den Fragen der 5.Klässer des
Nymphenburger Gymnasiums. Dort kamen die Kinder sogar in den Genuss
einer noch unveröffentlichten Geschichte und durften sich an der
Suche nach einem geeigneten Titel beteiligen. Schüler der
Hauptschule in der Wiesentfelserstraße begrüßten vormittags Mario
Ramos und malten mit ihm. Nachmittags stellte der Illustrator in der
Kinderbibliothek auf Schloss Blutenburg seine Bücher für die
Kleinsten vor. (vs)

Mario Ramos in der Kinderbibliothek
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8. April
Caroussel de la fantaisie
Ein wallonischer Abend in der Internationalen Jugendbibliothek
Am Dienstag den 8. April hatten über 50 Gäste der Internationalen
Jugendbibliothek Gelegenheit drei hochkarätige belgische
Kinderbuchillustratoren kennen zulernen. Kitty Crowther, Anne
Herbauts und Mario Ramos, deren Bilder noch bis 17. April im Rahmen
der Ausstellung „Caroussel de la fantaisie“ im Bücherschloss zu
bewundern sind, stellten sich und ihre Bücher vor. Sie gaben
Einblicke in ihre Arbeitsweise und sprachen über ihre Inspirationen.
In einem waren sich die vielseitigen Künstler einig: Es ist der Raum
zwischen den Seiten, der ein gutes Bilderbuch ausmacht. Begleitet
wurde der wallonische Abend von Chansons von Jacques Brel und mit
Gesprächen bei einem Glas Bier nach „belgisch-bayerischer Tradition“
abgerundet. (vs) |
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Ab April:
Neuer Workshop: "Was geht mich das an"
Ab April starten die KZ-Gedenkstätte Dachau und die Internationale
Jugendbibliothek ein gemeinsames Programm für Jugendliche und junge
Erwachsene. Die Schüler besuchen vormittags die KZ-Gedenkstätte,
nachmittags haben sie im Rahmen einer Schreibwerkstatt im
Bücherschloss die Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten und ihren
Gefühlen für sich selbst oder vor der Gruppe Ausdruck zu verleihen.
(vs) Mehr... |
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Junko Yokota, USA
Teilnehmerin des Stipendiatenprogramms
Dr. Junko Yokota, geboren 1957, ist Professorin und Leiterin des
„Center for Teaching through Children’s Books“ an der
National-Louis-University in Illinois. Noch bis Juni 2008 wird die
aus Japan stammende Amerikanerin in der Internationalen
Jugendbibliothek zu Gast sein. Nach einem Studium an der Baylor
University machte sie 1988 an der University of North Texas ihren
Doktor in Erziehungswissenschaften und Bibliothekswesen. Seitdem hat
sie sich auf Kinderbuchliteratur spezialisiert und mit zahlreichen
Buchpublikationen und Fachartikeln zum wissenschaftlichen
Forschungsstand beigetragen. Ihr Hauptaugenmerk gilt dabei der
internationalen Kinder- und Jugendliteratur und der multikulturellen
Verständigung. So untersucht sie auch während ihres Aufenthalts in
der Internationalen Jugendbibliothek wie die Themen Frieden und
soziale Gerechtigkeit in Kinderbüchern aufgearbeitet werden. (vs) |
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18. März
Ostern im Bücherschloss
Am 18. März drehte sich im Malstudio der Internationalen
Jugendbibliothek alles um Ei und Hase. Beim großen Osterbasteln
schnipselten, klebten und malten die eingeladenen Kinder und ihre
Eltern ganz im Sinne der bevorstehenden Feiertage. Einfache
Eierkartons verwandelten sie in prachtvolle Geschenkboxen, und
schlichte Serviettenringe wurden mit Häschen aufgepeppt. Zur
Belohnung für all die Mühen gab es auch eine Ostergeschichte. Die
Kinder lauschten Pepe Neros „In der Wüste gibt es keine Osterhasen“
und erkundeten Sybille Heins Illustrationen dazu. (vs) |
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12. März
„Was
– schon wieder Märchen?“
Lehrerfortbildung zum Thema Märchen
Zu diesem Thema erhielten 25 Grund- und Hauptschullehrerinnen bei
der diesjährigen Fortbildung des Arbeitskreis Leseförderung und
Literarische Erziehung Anregungen und Ideen für den Unterricht. Viel
Anschauungsmaterial und exemplarische Schülerarbeiten begleiteten
die praxisnahen Vorträge und zeigten Möglichkeiten auf, Kindern und
Jugendlichen Märchen näher zu bringen. (vs) |
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6. März
Brian Doyle war zu Gast im Bücherschloss
Realschüler aus vier neunten Klassen durften dabei sein als der
kanadische Schriftsteller am 6. März im Rahmen der Internationalen
Frühjahrsbuchwoche der Stadt München seine Texte vorstellte und
Fragen beantwortete. B. Doyle wusste von Anfang an das Publikum zu
unterhalten und baute Berührungsängste ab, als er sich selbst und
sein Heimatland in einer wundervollen Persiflage portraitierte. In
seiner Lesung wurde es dann ernster: innerfamiliäre Probleme,
Isoliertheit und Gewalt dominierten die Ausschnitte, aus denen er
vorlas. Die lautmalerische Sprache seiner Bücher hinterließ einen
tiefen Eindruck, genauso wie Doyles Einfühlungsvermögen in die
Gefühlswelt von Heranwachsenden. Der vierfache Großvater ließ keinen
Zweifel offen, dass er junge Menschen und ihre Probleme ernst nimmt
und zu verstehen versucht, egal ob sie aus Kanada oder Deutschland
kommen. (vs) |
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4. März
"Erzähl mir was" - Katharina Ritter erzählte Märchen der Brüder
Grimm
Ein Kohlestückchen, eine Bohne und ein Strohhälmchen machen sich auf
in die weite Welt.... Erzählnachmittage mit Katharina Ritter sind
Vieles, nur nicht gewöhnlich. Mit einer Mischung aus eigenen und
„geborgten“ Geschichten weiß sie Jung und Alt in ihren Bann zu
ziehen. So präsentierte sie auch am 4. März die Märchen der Brüder
Grimm mit einer besonderen Note. Durch ihre geschickt eingesetzte
Stimme und theatralische Mimik und Gestik erweckte sie die
Charaktere zum Leben und hinterließ bei ihrem Publikum einen
bleibenden Eindruck. Man wollte am liebsten der immerzu nörgelnden
Fischerin ins Wort fallen oder den kleinen vor dem großen Bruder
warnen bevor es zu spät war. Aber auch wenn alle Zuhörer eifrig
mitfieberten und auf ein gutes Ende hoffen, ließ sich die
Erzählmeisterin nicht beirren. Denn nicht jede Geschichte kann gut
ausgehen, und so kam es, dass auch die Reise des Kohlestückchens der
Bohne und des Strohhälmchens ein überraschend jähes Ende fand.
Katharina Richter beherrscht ihr Handwerk perfekt, und sie lässt ihr
Publikum eine Reihe von Emotionen durchwandern. Vor allem aber
machen ihre Geschichten Lust auf mehr. Nächste Gelegenheit am 27.
Mai. (vs) |
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Koji Yoshida,
Japan
Seit März forscht Koji Yoshida, außerhalb des regulären
Stipendiatenprogramms, in der Internationalen Jugendbibliothek. Der
40jährige arbeitet seit 17 Jahren bei dem japanischen Verlagshaus „Kodansha“.
Nach längeren Aufenthalten in den Comic- und Jugendbuchabteilungen
kümmert er sich dort nun um die Auswahl der Bilderbücher und ist aus
diesem Grund auch im Bücherschloss zu Gast. Koji Yoshido
recherchiert hier im Auftrag seines Verlages zu dem Thema
Gute-Nacht-Geschichten. Das in Europa weit verbreitete und beliebte
Bilderbuchgenre ist in Japan weniger bekannt. Koji Yoshida stellt
einen internationalen Vergleich an und sucht die Gründe für das
unterschiedlich häufige Vorkommen von Gute-Nacht-Geschichten in den
kulturellen Eigenheiten Japans und Europas. Noch bis Juni wird der
Lektor deshalb in München anzutreffen sein und den Frühling im
Bücherschloss miterleben können. |
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26. Februar
Der Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs
2008 fand in der Internationalen Jugendbibliothek statt
Auch beim diesjährigen Münchner Stadtentscheid wussten die 16
Teilnehmer das Publikum und die Jury zu unterhalten. Mit einem
bunten Mix von Klassikern und Neuerscheinungen steckten sie mit
ihrer Begeisterung für Bücher an. Die beiden Sieger, Sevilay Kocak
und Joshua Hofert, werden nun am Bezirksentscheid Oberbayern Süd
teilnehmen. (vs) |