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Mitteilungen

Archiv
31. Januar 2012
Die slowenische Übersetzerin Stana Anzelj zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek
Stana Anzelj aus Slowenien ist der erste internationale Gast auf Schloss Blutenburg im neuen Jahr. Im Rahmen eines Stipendiums der Robert-Bosch-Stiftung recherchiert sie vier Wochen in der Internationalen Jugendbibliothek für ihre Übersetzung des Romans Alhambra der deutschen Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie.

Stana schloss 2007 ihr Übersetzerstudium an der Philosophischen Fakultät der Universität von Ljubljana ab. Seither übersetzt sie neben Kinder- und Jugendbüchern auch Sachbücher und Belletristik von der deutschen und französischen Sprache ins Slowenische. Für ihre Übersetzung von Walter Moers’ Die Stadt der träumenden Bücher wurde Stana 2011 in Slowenien mit einem Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Neben ihrer Recherchearbeit für die Übersetzung von Alhambra verfolgt Stana während ihres Deutschlandaufenthalts die Rezeption von Kirsten Boies Büchern und begibt sich auf die Suche nach deutschsprachigen Buchtiteln, die sie ihrem Verlag für eine Übersetzung ins Slowenische vorschlagen wird. (mls)
 
 



Allen Freunden nach und fern wünschen wir ein friedlichen neues Jahr

A peaceful New Year to all our friends all over the world
 

 
2. Dezember 2011
Lichterhäuschenfest begeistert hunderte Besucher

Knapp 1.000 Kinder und Erwachsene lockte das diesjährige Lichterhäuschenfest zur Blutenburg, um das Lichtermeer der schwimmenden Laternen auf dem Schlossweiher zu bestaunen. Angelehnt an das Luzienfest, das nicht nur alljährlich in Schweden sondern auch in einigen oberbayerischen Orten gefeiert wird, findet das Lichterhäuschenfest seit mehr als zehn Jahren statt.

In den Wochen vor dem Fest bastelten hunderte Kinder in der Ausleihbibliothek der Internationalen Jugendbibliothek die farbenfrohen Lichterhäuschen. Am Tag des adventlichen Festes wurden die Laternen nach ihrer Segnung vor der Kirche Leiden Christi in einem von der Luzia angeführten Zug zum Schlossweiher getragen und als Gruß an alle Kinder der Welt auf das Wasser gesetzt.

Im Anschluss verteilte die Luzia, die traditionell ein weißes Gewand und einen Lichterkranz trägt, Lebkuchen an die Kinder, während sich die Erwachsenen mit Glühwein auf dem Blutenburger Weihnachtsmarkt aufwärmten. (mls)
 
 
Dezember 2011
Unser Gast aus Südkorea: SangHee Lee

Zum Jahresabschluss 2011 ist die Stipendiatin SangHee Lee aus Südkorea zu Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek. SangHee Lee promoviert an der Sookmyung Frauenuniversität in Seoul. Ihre Forschungsarbeit befasst sich mit dem zeitgeschichtlichen Jugendroman in Deutschland als Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Vergleichend blickt sie auf den zeitgeschichtlichen Jugendroman in Südkorea. Ihr Interesse richtet sich insbesondere auf den Zeitraum des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs sowie der Nachkriegszeit der beiden Kriege. Während ihres Aufenthalts im Bücherschloss recherchiert SangHee Lee insbesondere nach deutschsprachiger Primärliteratur für ihre Doktorarbeit. (mls)
 
 
Dezember 2011
Überblicksstudie über die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur in osteuropäischen Ländern publiziert

Im Auftrag der Robert Bosch Stiftung führte Dr. Katja Wiebe, die das Slawische Lektorat der Internationalen Jugendbibliothek betreut, eine Überblicksstudie zur aktuellen Kinder- und Jugendliteratur in Mittelosteuropa, Südosteuropa und Osteuropa durch. Die Studie beleuchtet die Kinderbuchmärkte der Länder Polen, Russland, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn, und zeigt anhand von Autoren- und Illustratorenporträts Inhalte und Schwerpunkte der letzten fünf Jahre auf.

Die Überblicksstudie ist hier abrufbar:
 
 
20. November 2011
Geschichtensonntag zum 90. Geburtstag von Max Kruse

60 Kinder und Erwachsene waren am 20. November zu einer Sonntagsmatinee anlässlich des 90. Geburtstags von Max Kruse gekommen. Die Lesung einer Auswahl witziger und skurriler Geschichten und Gedichte war unterhaltsam und sehr abwechslungsreich. Die Kinder und ihre Eltern hörten konzentriert zu, wobei es immer wieder viel zu Lachen gab. Natürlich durften die Geschichten vom Urmel aus dem Eis nicht fehlen. Der Schauspieler und Sprecher Stefan Merki verlieh jedem einzelnen, mit einem kleinen Sprachfehler ausgestatteten Tier aus dem Urmel-Universum gekonnt eine eigene Stimme. Auch die Gedichte von Max Kruse, etwa über das Alltagsleben eines Monsters, kamen bei den Kindern sehr gut an. Ein Mädchen traute sich, spontan ein Gedicht von Max Kruse vorzutragen, in dem es heißt: „Was ich auch war und bin und werde: Ich bleibe stets ein Kind der Erde.“ In diesem Sinne sendet die Internationale Jugendbibliothek die allerbesten Glückwünsche an Max Kruse! (tl)
 
 
15. November 2011
Little Nemo, Olivia, and the Wild Things
Ein Vortrag von Binette Schroeder zur Amerikanischen Kinderbuchillustration


Mehr als 80 Besucher kamen am Abend des 15. Novembers in die Internationale Jugendbibliothek, um sich in einem Vortrag der bekannten Bilderbuchillustratorin Binette Schroeder über die amerikanische Bilderbuchillustration und die Gründung der Binette Schroeder Stiftung zu informieren.

Den Abend eröffnete Dr. Dominik von König, Vorsitzender des Stiftungsrats der Internationalen Jugendbibliothek, mit einer Begrüßung der Gäste. Mit herzlichen Worten beglückwünschte er das Stifterpaar zur Gründung der Binette Schroeder Stiftung, die er mit einem „Sonnenstahl an einem Regentag“ verglich. Im Anschluss führten die beiden Stifter Binette Schroeder und Peter Nickl in die Aufgaben und Ziele ihrer neu gegründeten Stiftung ein. Um die Rede über die „trockene und ernste Angelegenheit“ einer Stiftungsgründung aufzulockern, erzählten sie in einem unterhaltsamen Dialog von den intensiven Überlegungen, die den Entstehungsprozess begleiteten. Ziel der Stiftung ist Erhalt und Bewahrung des umfangreichen Werks Binette Schroeders sowie die Förderung der internationalen Kinderbuchillustration. Lediglich Illustrationen, die am Computer entstehen, seien von der Förderung ausgeschlossen, betonte Binette Schroeder.

Anschließend führte die Illustratorin in einem reich bebilderten Vortrag in die amerikanische Bilderbuchillustration ein. Dass Amerika auch für die Bilderbuchillustration ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, wurde schnell an der Vielfalt der Themen und zeichnerischen Stile klar. Von der Geburtsstunde des Comics zu Beginn des 20. Jahrhunderts, unter anderem vertreten durch Rudolph Dirks und seine „Katzenjammer Kids“, spürte Binette Schroeder mit bezaubernder Leidenschaft der Entwicklung der Bilderbuchillustration bis ins 21. Jahrhundert nach. Die multikulturellen Einflüsse, die der Einwanderungsgeschichte des Landes geschuldet sind, spiegelten sich – so die These Binette Schroeders – nicht zuletzt in den zahlreichen Werken, die geschichtliche und politische Themen aufarbeiten und aus der Feder immigrierter Illustratoren stammen, wie etwa Art Spiegelmans ergreifender Comic und Vorläufer der Graphic Novel „Maus“ oder das beeindruckende Bilderbuch „Die Mauer“ des aus Tschechien stammenden Peter Sís. Neuere Bilderbücher tendierten hingegen zu eher bürgerlich-konservativen Themen. Der spielerische Humor der Amerikaner, zu sehen etwa in Ian Falconers „Olivia“, ziehe sich jedoch durch alle Jahrzehnte. Nur der für Europäer bisweilen befremdliche Puritanismus setze den Möglichkeiten eine Grenze. Binette Schroeder musste dies selbst erfahren: Ein auf dem Töpfchen sitzendes nacktes Engelchen durfte nicht in einem Adventskalender abgedruckt werden. Kurzerhand bekam es eine Hose an und wurde auf ein Weihnachtspäckchen gesetzt. Was darin wohl eingepackt war? (mls)
 
 
18. November 2011
CORINE-Preisträgerin Christine Nöstlinger verzaubert ihr Publikum in der Internationalen Jugendbibliothek

Im Rahmen der Münchner Bücherschau und des Literaturfests München gab die vielfach ausgezeichnete Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger im ausverkauften Jella-Lepman-Saal eine Lesung. Am Vorabend war sie für ihr Gesamtwerk mit dem Ehrenpreis der CORINE vom Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet worden. Die Autorin las vor einem begeisterten Publikum von jungen und erwachsenen Nöstlingerlesern aus ihren Werken. Mehr als 100 Bücher hat Christine Nöstlinger in 40 Jahren geschrieben, darunter so bekannte Titel wie „Die feuerrote Friederike“, „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“, „Maikäfer flieg!“ oder „Geschichten vom Franz“. In der Lesung trug sie mit einer fesselnden, dunklen Stimme und dem charmanten Wiener Dialekt nicht nur Auszüge aus ihren bekannten Frühwerken vor, sondern auch eine Passage aus ihrem jüngsten Buch „Lumpenloretta“. Im Gespräch mit Dr. Christiane Raabe verriet die Autorin, die dieses Jahr ihren 75. Geburtstag feierte, dass sie nach wie vor vom Schreibfieber erfasst sei, auch wenn sie im Gegensatz zu früher nicht mehr zehn Stunden am Tag mit Schreiben verbrachte. Nöstlinger-Fans dürfen sich also auf neue Geschichten freuen. (mls)
 
 
18. November 2011
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Daniel Volk
liest anlässlich des Bundesweiten Vorlesetags


Wie bereits vor zwei Jahren war Dr. Daniel Volk, Mitglied des Deutschen Bundestags, auch am Bundesweiten Vorlesetag 2011 in der Internationalen Jugendbibliothek als Vorleser zu Gast. In den Genuss seines Vortrags kam am Vormittag die 2. Klasse der Grundschule an der Grandlstraße. Der Politiker las den Schülern aus dem witzigen Kinderbuch „Die Quigleys“ des britischen Autors Simon Mason vor. Von der Vorlesestunde in der gemütlichen Atmosphäre der Kinderbibliothek waren sowohl die Kinder, die sich in vielfältiger Weise mit dem chaotischen Familienleben der Quigleys identifizieren konnten, als auch der Vorleser Herr Dr. Volk begeistert. (mls)
18. November 2011
 
 
November 2011
Zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek:
Ave Mattheus aus Estland

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit forscht Ave Mattheus aus Estland in der Internationalen Jugendbibliothek. Zu Hause arbeitet sie als Lektorin für vergleichende Literaturwissenschaft am Institut für estnische Sprache und Kultur an der Universität Tallinn.
In ihrer Doktorarbeit, deren Titel „Die Genese der estnischen Kinderliteratur“ lautet, befasst sie sich mit der Entstehungsgeschichte der estnischen Kinderliteratur. So erforscht sie die Einflüsse von Übersetzungen und Bearbeitungen deutschsprachiger religiöser und volksaufklärerischer Texte auf das Genre. Diese wurden seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts von Deutsch-Balten für die bäuerliche Bevölkerung ins Estnische übertragen.
Mit ihrer Forschung, u. a. gestützt auf der Untersuchung von historischen deutschsprachigen Kinderbibeln, versucht Ave Mattheus Lücken in der Geschichtsforschung zu schließen und zu zeigen, dass die Wurzeln der estnische Kinderliteratur weitaus früher zurückliegen als in den Literaturgeschichten dargestellt wird. (mls)

 
 
November 2011
Neue Stipendiatin in der Internationalen Jugendbibliothek: Katarzyna Wasylak aus Polen

Katarzyna Wasylak aus Polen ist im November zu Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek. Sie promoviert zurzeit an der Uniwersytet Wrocławski, der Universität Breslau, und forscht zu diesem Zweck im Bücherschloss. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit monistischen Kosmologien in der modernen mythopoetischen Fantasy-Literatur. Katarzynas Interesse gilt insbesondere drei Fantasy-Reihen: Nancy Farmers Trolls Saga, Ursula K. Le Guins Erdsee-Zyklus und Philip Pullmans His Dark Materials. Diese Werke untersucht sie nach Konzepten von Immanenz, die einer transzendentalen Sichtweise entgegengesetzt werden, und den Konsequenzen einer solchen Philosophie für die erzählte Welt und deren Figuren.
Neben ihren Studien widmet sich Katarzyna ganz dem Zeichnen von Mangas. Sie hat bereits fünf eigene Werke publiziert, bei denen sowohl die Texte als auch die Zeichnungen aus ihrer Feder stammen. (mls)
 
 
25. bis 28. Oktober 2011
Die Skandinavischen Kinder- und Jugendliteratur Nordwärts waren ein großer Erfolg

Mehr als 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen bei über 20 Veranstaltungen an elf Veranstaltungsorten in München und Südbayern in den Genuss, sechs wegweisende skandinavische Autoren während der Skandinavischen Kinder- und Jugendliteraturtage Nordwärts kennenzulernen.
Das 4-tägige Literaturfest wurde von 25. bis 28. Oktober 2011 von der Internationalen Jugendbibliothek veranstaltet. Mårten Melin und Åke Edwardson (Schweden), Timo Parvela (Finnland), Harald Rosenløw Eeg (Norwegen), Mette Finderup und Kenneth Bøgh Andersen (Dänemark) zählen zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren in ihren Heimatländern. Während der Literaturtage stellten sie ihre Kinder- und Jugendromane in Form von Lesungen und Werkstattgesprächen vor und begeisterten dabei sowohl die jungen Leser als auch das erwachsene Publikum. Ein Krimiabend und eine Podiumsdiskussion zur Skandinavischen Kinder- und Jugendliteratur rundeten das breite Veranstaltungsprogramm ab. Die Veranstaltungen fanden sowohl in Originalsprache als auch auf Deutsch und Englisch statt.
So wurden die Literaturtage zu einem spannenden multilingualen und interkulturellen Dialog, der für Autoren, Publikum und Veranstalter gleichermaßen anregend war. (mls)

Eindrücke...
 
 
28. Oktober 2011
Nordwärts. Skandinavische Kinder- und Jugendliteraturtage

Lesung mit Kenneth Bøgh Andersen aus:
Die teuflischen Abenteuer des Filip Engel

Die 200 Schüler waren ziemlich erstaunt, als plötzlich die Bühne im Jella-Lepman-Saal der Internationalen Jugendbibliothek in dichten Nebelschwaden verschwand und höllische Musik erklang. Als die Musik verebbte, erzählte eine Stimme aus dem Nebel von der Ankunft in der Hölle und von einer unheimlichen Begegnung mit dem Teufel.

So ungewöhnlich startete die deutsche Buchpremiere des dänischen Autors Kenneth Bøgh Andersen und führte damit direkt in die Thematik des Buches: der brave Filip Engel landet versehentlich in der Hölle und soll der Nachfolge des Teufels werden. In der von Tanja Leuthe moderierten und von dem Schauspieler und Sprecher Markus Campana begleiteten Lesung und Diskussion ging es um ganz elementare und philosophische Themen, wie das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse oder der Frage, ob nicht jeder - selbst ein Junge wie Filip Engel - gute und schlechte Seiten in sich trägt. Das Jugendbuch, gerade bei dtv erschienen, interessierte die anwesenden Schüler so sehr, dass die Fragen an den Autor und zum Roman gar kein Ende mehr nehmen wollten. (tl)

 

Lesung mit Harald Rosenløw Eeg
an der Ludwig-Maximilian-Universität in München

Norwegische Vibes flirrten nur so durch den Raum, als der vielseitige norwegische Autor Harald Rosenløw Eeg bei seinem Besuch im Nordischen Institut der LMU rasant und mit viel Drive aus seinem Roman Yatzy las. Doch die über 25 Nordistikstudenten erlebten nicht nur norwegische Literatur live and at it’s best, sondern erfuhren auch viel über Harald Rosenløw Eegs Art zu schreiben.

Denn in dem anschließenden Gespräch stellte der Autor die Bedeutung von Musik, Rhythmus und Mündlichkeit für sein Schreiben heraus und diskutierte mit den Lehrenden und Studierenden sowohl über die Übersetzbarkeit von Rhythmus und Sprachmelodie, als auch über die Möglichkeiten der Übertragbarkeit von ungewöhnlichen Metaphern und Vergleichen, wie sie charakteristisch für Harald Rosenløw Eegs Romane sind. (ig)
 

27. Oktober 2011
Nordwärts. Skandinavische Kinder- und Jugendliteraturtage
Zwischen Bullerbü-Idylle und Trabantenstadt


An dem Themenabend „Zwischen Bullerbü-Idylle und Trabantenstadt“ stand einerseits die Wahrnehmung Schwedens in Deutschland und andererseits die übersetzte Kinder- und Jugendliteratur aus dem Norden in den Mittelpunkt: Zunächst zeigte Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten in ihrem Vortrag „Schweden – ein Hort des Glücks und der Freude“ am Beispiel der deutschen Carl-Larsson-Rezeption und der bewussten Funktionalisierung Carl Larssons durch IKEA die Langlebigkeit, aber auch die ideologische Wandelbarkeit von Imagines und Wahrnehmungsmustern. Im darauf folgenden Vortrag „Auf der Suche nach Bullerbü“ untersuchte Dr. Svenja Blume unter dem Paradigma der Idylle skandinavische Kinder- und Jugendliteratur und skizzierte hier eine Bewegung, die die Idylle, ihre ironische Brechung und ihren Verlust bis zur „Idyllen-Phobie“ umfasste. Auf dem sich anschließenden Podium wurde u. a. diskutiert, inwieweit die Vorstellungen, die man in Deutschland von Skandinavien hat, Übersetzung, Wahrnehmung und Bewertung der Literatur steuern und welche Rückschlüsse sich daraus im Hinblick auf den gesellschaftlichen sowie kinderliterarischen Diskurs aus diesen Vorstellungen ableiten lassen. (ig)

 
27. Oktober 2011
Mårten Melin an der Europäischen Schule München

Nachdem sich der schwedische Kinderbuchautor und Vater von „Artur, Anton und die Liebe“ Mårten Melin bereits in vier Lesungen vor deutschem Publikum warm gelesen und geredet hatte, stand zum Abschluss ein skandinavisches Heimspiel an. Am Donnerstagnachmittag hatten sich gut 30 schwedische und dänische Kinder samt Lehrerinnen in der neuen Schulbibliothek der Europäischen Schule eingefunden und hörten mit großem Vergnügen Melins Leseauszügen aus seinen Büchern und unveröffentlichten Buchideen zu, die er – ganz am Puls der Zeit – von seinem Smartphone ablas.

Doch nicht nur Zuhören stand auf dem Programm, sondern auch das Mitmachen! In einer kuriosen Minischreibwerkstatt unter dem Motto „Jeder kann Gedichte schreiben“ überlegten sich alle Kinder (und zu deren großen Freude auch die Lehrerinnen) Kurzgedichte, die von Mårten Melin dann interpretiert wurden. Eine ausgiebige Fragerunde zu Melins Büchern und dem großen Mysterium, wie eigentlich so ein Buch entsteht und welchen Weg es vom Schreibtisch des Autors bis in die Buchhandlung nimmt, beschloss die gelungene Veranstaltung. (kw)
 
 
26. Oktober 2011
Krimiautor Åke Edwardson zu Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek

Auch das erwachsene Publikum kam während der skandinavischen Kinder- und Jugendliteraturtage Nordwärts nicht zu kurz. Ein Höhepunkt des viertägigen Literaturfestes war der Krimiabend mit Åke Edwardson. Die Veranstaltung mit dem schwedischen Autor, dessen Erik-Winter-Krimis in Schweden und Deutschland regelmäßig auf den Bestsellerlisten stehen, zog zahlreiche Besucher an. Am Vormittag hatte der schwedische Autor bereits für Schulklassen aus seinem Jugendbuch „Samuraisommer“ gelesen.

Der Schauspieler und Sprecher Hans Jürgen Stockerl las am Abend aus dem Kriminalroman „Zimmer Nr. 10“ so eindringlich, wohl artikuliert und fesselnd, dass der Abend zu einem literarischen Hörerlebnis wurde. Seine warme Stimme entführte das Publikum in die vielschichtige, rätselhafte Romanwelt. In der anschließenden Diskussion, moderiert von Dr. Christiane Raabe, gab der Autor dreisprachig Einblick in sein Schaffen. Eingefleischte Krimifans dürfte gefreut haben, dass Edwardson andeutete, „Der letzte Winter“ sei womöglich nicht – wie vor drei Jahren in der Öffentlichkeit angekündigt - sein letzter Winter-Krimi gewesen.

Der Krimiabend wurde großzügig von der Bürgervereinigung Obermenzing unterstützt, dessen Vorsitzender Frieder Vogelsgesang zu Beginn der Veranstaltung einen Spendenscheck an die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek überreichte. (mls)
 
 

Vom 25. bis 28. Oktober 2011
geht es in der Internationalen Jugendbibliothek „Nordwärts“

Vier Tage lang haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene in über 20 Veranstaltungen Gelegenheit, den besonderen Reiz skandinavischer Kinder- und Jugendbücher zu entdecken.

Bei der Auftaktveranstaltung am Nachmittag des 25. Oktober 2011 kamen rund 50 Kinder und Erwachsene in den Genuss den erfolgreichen schwedischen Kinderbuchautoren Mårten Melin persönlich kennen zu lernen. Den amüsanten Episoden über das Verliebtsein aus Melins Buch „Artur, Anton und die Liebe“ unterstrich der Schauspieler und Sprecher Sebastian Hofmüller mit seiner gekonnten Interpretation des Textes. 

Zuvor hatten die Kinder Gelegenheit, sich bei einem „Orientierungslauf“ im Schlosshof mit Spielen und Mitmachaktionen zu den Büchern der Gäste und bekannten Klassikern aus Skandinavien auf die kommenden Tage einzustimmen. (cg)
 

 
8. Oktober 2011
Große Stoffe für kleine Leute:
Faust für Kinder mit Katharina Ritter


Beinahe 100 Kinder und Erwachsene waren am Samstag den 8. Oktober in den Christa-Spangenberg-Saal gekommen, um zu hören und zu erleben, wie das bedeutendste Werk der deutschen Literaturgeschichte, Goethes Faust, mit einer raffiniert ausbalancierten Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit größeren Kindern erzählt werden kann. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Geschichtenerzählerin Katharina Ritter schaffte es auf eindringliche und hoch konzentrierte Weise, das Publikum von Beginn an zu fesseln und über eine Stunde lang nicht mehr aus dem Sog ihrer Erzählung zu entlassen. Sie nahm die jungen und erwachsenen Zuhörer auf die Reise in Fausts Studierstube, wo der Gelehrte mit Mephisto einen teuflischen Pakt eingeht, in Auerbachs Keller, in Gretchens Verlies und schließlich auf den Blocksberg. So unterhaltsam und abwechslungsreich hat man die Tragödie selten erlebt. Eine großartige Leistung.

Im Anschluss an die Veranstaltung gab Frau Dr. Raabe, die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, eine Führung durch die Ausstellung „Wenn die Frösche sämtlich Zähne hätten. Goethe fürs Bilderbuch“, die noch bis zum 20. November im Wehrgang zu sehen ist. (tl)

 
 
13. Oktober 2011
Frankfurter Buchmesse 2011 – Veranstaltung im Rahmen des „Weltempfangs“

In Messehalle 5.0 hieß es am Donnerstag der diesjährigen Buchmesse „’Zipferlaken, Schimpanisten, Krokolinen, Pianisten’: Mit Kindergedichten um die Welt!“ Der tschechische Kinderbuchautor und Morgenstern-Übersetzer Radek Malý, die Übersetzerin Gräfin Sybil von Schönfeldt und Dr. Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, gingen der Frage nach, wie es sich mit dem Ladenhüter Kinderlyrik und deren Übersetz- bzw. Unübersetzbarkeit verhält. Moderiert wurde das Gespräch von Roswitha Budeus-Budde von der Sueddeutschen Zeitung.

Die gut 50 Zuhörer erfuhren nicht nur etwas über die Verluste und Einschränkungen, die mit der Übersetzung von Kinderlyrik einhergehen, sondern auch, dass es große Chancen und kreative Umsetzungsmöglichkeiten in diesem Feld gibt - eindrücklich und anschaulich vorgeführt durch den Arche Kinder Kalender, der illustrierte Kindergedichte aus vielen Ländern der Welt im Original und in deutscher Übersetzung versammelt. Dass Kinderlyrik aber auch als reines Klanggebilde funktioniert, zeigten 13 Kindergedichte unterschiedlichster Herkunft, angefangen vom Iran, über Litauen bis nach Japan, die vom Band orignalsprachlich eingespielt wurden. Die deutschen Textversionen wurden anschließend von den wunderbaren Kindersprecherinnen Pauline Spatz und Mia Hofmann live präsentiert. Auf diese Weise konnte sich das Publikum nicht nur davon überzeugen, dass Radek Malýs Gedicht über die Katze im Fahrscheinautomaten im Deutschen ganz anders klingt und einen kongenialen Zusatz zum tschechischen Pendant enthält, sondern auch davon, dass Kinderlyrik durchaus eine Chance verdient, gehört zu werden.

 
 
4. Oktober 2011
„Ein verruchter Besen, der nicht hören will!“
Der Zauberlehrling für Kinder

Ein Vortrag von Dr. Marlene Zöhrer

Goethe für Kinder? Ja! Obwohl er kein einziges seiner Werke ausdrücklich für Kinder geschrieben hat, werden einige seiner Texte immer wieder in Kinderbüchern publiziert. Großer Beliebtheit erfreut sich dabei insbesondere die Ballade „Der Zauberlehrling“ (1797) – und zwar weit über den deutschen Sprachraum hinaus. Dr. Marlene Zöhrer, die über „Weltliteratur im Bilderbuch“ promoviert hat, veranschaulichte die Erfolgs- und Vermarktungsgeschichte der Kunstballade in ihrem Vortrag am 4. Oktober 2011 vor etwa 40 Zuhörern in der Internationale Jugendbibliothek.

In einer Bilderschau mit zahlreichen Illustrationen aus aktuellen Bilderbüchern veranschaulichte sie die vielfältige Bearbeitung des bekannten Goethe-Stoffes, untermalt von einer erfrischend modernen Vertonung des „Zauberlehrlings“ im Sprechgesang. Der Blick auf den anglophonen Sprachraum zeigte, dass Disneys Fantasia (1940) auch heute noch in der Interpretation des Werks seine Spuren hinterlässt und Textnähe nicht immer Hauptcredo der Verlage ist: so finden sich in modernen Bearbeitungen weibliche Zauberlehrlinge, die gegen ewig nähende Nähmaschinen ankämpfen, oder der Zauberlehrling als eigenständig denkender Roboter, als Sinnbild für das Industriezeitalter.
Dass die Popularität des „Zauberlehrlings“ auch heute ungebrochen ist, sei nicht zuletzt der Beliebtheit des Zauberer-Genres unserer Zeit geschuldet, so Zöhrer. (mls)

 
September 2011
Anna Maria Czernow-Dreger aus Polen zu Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek

Von September bis November 2011 forscht die Stipendiatin Anna Maria Czernow-Dreger aus Polen in der Internationalen Jugendbibliothek. Anna promoviert zurzeit an der Fakultät für Polnische Studien der Universität Warschau, an der sie auch unterrichtet.
Während ihres Aufenthalts im Bücherschloss arbeitet sie an gleich zwei Projekten: Zum einen recherchiert sie im Rahmen eines Forschungsprojekts nach internationalen Literaturtheorien im Bereich Kinder- und Jugendliteratur. Zum anderen forscht sie für ihre Doktorarbeit, in der sie karnevaleske Strategien im Kinderbuch der Zeit von „Alice im Wunderland“ bis in die 1950er Jahre untersucht. Ihre Studien basieren auf Michail M. Bachtins Theorien zum Karnevalesken und werfen u. a. einen Blick auf die Befreiung des Kindes in der Literatur mittels dieser Strategien. In der Internationalen Jugendbibliothek sucht sie insbesondere nach Sekundärliteratur aus dem englischen und schwedischen Sprachraum zu dieser Thematik, die in Polen nur schwer zugänglich ist. (mls)

 
 
19. September 2011
Eine Reise mit den Ohren in die Internationalen Jugendbibliothek

Wer bei dem großen Familienfest am Sonntag, den 25. September 2011, nicht dabei sein kann, den besucht die Internationale Jugendbibliothek bei sich zu Hause – über Radio. Deutschlandradio Kultur macht mit seinem Kinderprogramm Kakadu eine Reise ins Bücherschloss. Am Sonntag um 14.05 Uhr können die Zuhörer mehr über die einzigartige Spezialbibliothek erfahren und einen akustischen Spaziergang durch die Räume von Schloss Blutenburg machen. (mls)
 
 

15. September 2011
Der Alphabetische Katalog der Internationalen Jugendbibliothek ist online

Die Retrokonversion des Alphabetischen Katalogs, des zentralen Bestandsnachweises der Internationalen Jugendbibliothek, wurde im August 2011 nach eineinhalbjähriger Projektdauer erfolgreich abgeschlossen. In diesem ca. 230.000 Karten (incl. Verweisungen) umfassenden Zettelkatalog sind alle vor 1992 katalogisierten Bestände der Internationalen Jugendbibliothek in etwa 130 Sprachen der Welt verzeichnet, mit Ausnahme der bisher nur inventarisierten Bestände und einiger Sondersammlungen.

In einem Offline-Verfahren wurden die Scans der Katalogkarten teils intellektuell, teils mit Hilfe automatisierter Prozesse in MAB-Datenfelder strukturiert und im MAB-Dienstformat der Deutschen Nationalbibliothek an die Internationale Jugendbibliothek und den Bibliotheksverbund Bayern ausgeliefert.

Nach Einspielung der Titelsätze in die Datenbank des Bibliotheksverbunds Bayern mit automatischer Dublettenkontrolle wurden etwa 188.000 Titel aus der Verbunddatenbank in das SISIS-Lokalsystem der Internationalen Jugendbibliothek eingespielt und anschließend aus diesen lokalen Titeldatensätzen die etwa 238.500 Exemplardatensätze generiert.

Nach Abschluss der Retrokonversion ist nun der gesamte katalogisierte Buchbestand der Internationalen Jugendbibliothek mit etwa 440.000 Titelnachweisen bzw. 483.640 Buchdatensätzen in ihrem Web-OPAC sowie in der Datenbank des Bibliotheksverbunds Bayern recherchierbar. Damit hat sich die Anzahl der online recherchierbaren Titelsätze annähernd verdoppelt. Erstmals ist also der Kernbestand der Internationalen Jugendbibliothek mit den katalogisierten Zugängen von den 1940er-Jahren bis heute weltweit für die internationale Kinder- und Jugendbuchforschung zugänglich.  (Jutta Reusch)
 

 
September 2011
Claudia Mendes aus Brasilien zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek

Im Rahmen des Stipendienprogramms der Internationalen Jugendbibliothek forscht die brasilianische Graphikdesignerin Claudia Mendes drei Monate auf Schloss Blutenburg. Claudia Mendes lebt und arbeitet in Rio de Janeiro. Für ihre Arbeit als Graphikdesignerin mit Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendliteratur hat sie bereits einige Preise erhalten, etwa von der brasilianischen Sektion des IBBY und der Brasilianischen Buchkammer (Câmara Brasileira do Livro). Da sie ihr umfangreiches Wissen über den Verlagsmarkt in Brasilien an den akademischen Nachwuchs im Kinderbuchbereich weitergeben möchte, entschied sie sich, in die Forschung und Lehre zu gehen. In der Internationalen Jugendbibliothek recherchierte sie für ihre Dissertation.
Ausgangspunkt ihrer Forschungsarbeit ist die Frage, wie der kindliche Körper in zeitgenössischen Kinderbüchern in verschiedenen Kulturen dargestellt wird. Dabei konzentriert sie sich auf die Darstellung des nackten kindlichen Körpers, um die dahinterstehenden Ideologien, die sich von Kultur zu Kultur unterscheiden können, aufzuspüren.
Dank ihrer Vertrautheit mit dem Werk des brasilianischen Kinderbuchillustrators Roger Mello gab Claudia Mendes zudem wertvolle Anregungen für die Gestaltung der Ausstellung „Das fantastische Farbenreich des brasilianischen Illustrators Roger Mello“, die zurzeit in der Wehrgang-Galerie zu sehen ist. (mls)
 
 
August 2011
Zu Besuch aus dem italienischen Norden: Anna Becchi
Im Sommer 2011 ist Anna Becchi aus Genua zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek. Anna Becchi arbeitet als Übersetzerin, Verlagsberaterin im Bereich Kinderbuch und als Publizistin. Außerdem ist sie Redakteurin für die italienische Kinder- und Jugendliteratur-Fachzeitschrift Andersen, die monatlich über Kinder- und Jugendbücher informiert.
In der Internationalen Jugendbibliothek sammelt Anna Becchi Material für eine illustrierte Biografie über die Gründerin der Bibliothek, Jella Lepman. Während ihres Aufenthalts sichtet sie zahlreiche Briefe von und an die Journalistin und entsprechendes Archivmaterial. Ein Schwerpunkt ihrer Recherche ist die Freundschaftsbeziehung von Lepman zu Erich Kästner sowie die Entstehung der für die Nachkriegszeit wegweisenden Tierparabel „Die Konferenz der Tiere“, die der Kinderbuchautor auf ihre Anregung hin verfasste, und die 1949 erstmals publiziert wurde. (mls)
 
 
26. Juli 2011
Prof. Dr. Helga Reimann, Peter Nickl und Hans-Jörg Weitbrecht werden aus den Gremien der Stiftung Internationale Jugendbibliothek verabschiedet und die Errichtung der „Binette Schroeder Stiftung zur kulturellen Förderung internationaler Kinderbuchillustration“ öffentlich bekannt gegeben

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26. Juli 2011
Gegengelesen-Tag für die diesjährigen Preisträger

Am 26. Juli waren die Preisträger des diesjährigen Gegengelesenwettbewerbs zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek, um für ihre preisgekrönten Rezensionen gewürdigt zu werden und einen ganz besonderen Tag außerhalb des Klassenverbandes zu erleben. 20 Hauptschüler von der 5. bis zur 10. Klasse aus München und dem Münchner Umland lernten sich an diesem Tag erstmals kennen. Sie hatten für den Wettbewerb „Gegengelesen“ White Ravens Buchempfehlungen der Internationalen Jugendbibliothek gelesen und kritisch besprochen. Die gemeinsame Leseerfahrung der Jugendlichen, die sich bisher nicht kannten, schweißte die Gruppe schnell zusammen.

Mit einer Schatzkarte ausgerüstet, begaben sich die Jugendlichen zunächst auf eine Schatzsuche durch die Bibliothek und erschlossen sich so spielerisch die Schlossanlage und die Lesemuseen. Anschließend ging Dominik Nüse-Lorenz vom Loewe-Verlag in einem ebenso anregenden wie kenntnisreichen Vortrag der Frage nach, welche Phasen und Entscheidungen wichtig sind, bis aus einer Romanidee ein fertiges Buch entsteht.

Am Ende stand die Preisübergabe: Die Jury bedankte sich für die vielseitigen und bemerkenswerten Rezensionen, und jeder Schüler erhielt eine Siegerurkunden und einen Buchpreis. Wir danken an dieser Stelle dem Loewe-Verlag, der die Veranstaltung großzügig unterstützt hat.

Der Tag wird bei den Schülern im Gedächtnis bleiben und hat einigen auf die weitere Auseinandersetzung mit Literatur Lust gemacht. Nach dem Ende der Veranstaltung wurden jedenfalls die Öffnungszeiten der Ausleihbibliothek eifrig erfragt. (tl)
 
 
Juni 2011
Unsere Gäste aus den USA: Donna Adomat und Jennifer Graff

Seit 2008 ist Donna Adomat (re.) Lehrbeauftragte an der School of Education der Indiana University, Bloomington, in Indianapolis. Die Assistenzprofessorin unterrichtet Lehramtsstudenten und Doktoranten in den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur und Methoden der Alphabethisierung für elementary schools. Ihr momentaner Forschungsschwerpunkt liegt auf der Frage, wie sowohl geistige als auch körperliche Behinderung in Kinderbüchern aus den letzten zehn Jahren repräsentiert wird und welches Verständnis von Behinderung Grundschulkinder durch die literarische Auseinandersetzung mit dem Thema entwickeln. Dabei definiert Donna Behinderung weniger als biologisches Phänomen, sondern vielmehr als ein Ergebnis des sozialen, kulturellen und historischen Hintergrunds einer literarischen Figur. Während ihres Aufenthalts in der Internationalen Jugendbibliothek liegt Donnas Fokus insbesondere auf der Darstellung von Protagonisten mit Behinderung in Bilderbüchern aus unterschiedlichsten Kulturen und welche divergierenden Vorstellungen und Haltungen sich zu der Thematik darin widerspiegeln.

Die Assistenzprofessorin Jennifer Graff (li.), die am Department of Language and Literacy Education der University of Georgia in Athens, Georgia, lehrt, hat sich auf die Frage spezialisiert, wie Immigration und die Erfahrungen von Einwanderern in der Kinder- und Jugendliteratur porträtiert werden. Sie verbringt zwei Monate im Bücherschloss und widmet sich während dieser Zeit ebenfalls der Darstellung des Themas im Bilderbuch. Geleitet wird ihre Forschung von Fragen wie: In welchen Ländern findet sich Immigration als Gegenstand der Kinder- und Jugendliteratur und was sagt die spezifische oder sogar ausbleibende literarische Auseinandersetzung mit Immigranten über die Einwanderungspolitik eines Landes aus? Wie werden die Charaktere mit Migrationshintergrund in der Literatur dargestellt, wie das Gastland? Wird die Vielfalt der Formen von Immigration in einer Kultur überhaupt abgebildet? Ihre Forschungsergebnisse wird Jennifer auch an ihre Lehramtsstudenten weitergeben, um diese dabei zu unterstützen, Kindern eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema zu vermitteln und durch das Lesen und Diskutieren dieser Literatur Vorurteilen entgegenzuwirken. (mls)
 
 
27. Juni 2011

Dieses Jahr ging das Projekt „Gegengelesen – Die Buchempfehlungen The White Ravens im Praxistest“ in die dritte Runde. Unter dem Namen The White Ravens stellt die Internationale Jugendbibliothek jedes Jahr 250 literarisch herausragende Neuerscheinungen des internationalen Kinder- und Jugendbuchmarktes in einem Katalog vor. Mit großem Erfolg werden seit 2009 die deutschsprachigen White Ravens -Empfehlungen von Grund- und Hauptschülern kritisch „gegenlesen“. In diesem Jahr wurde das Projekt erstmals nur für Hauptschulen angeboten, um die Teilnahme dieser Schularten ausweiten zu können und somit die oftmals rar gesäte Lese- und Literaturförderung speziell an Hauptschulen zu unterstützen.

Rund 100 Hauptschüler acht verschiedener Schulen aus München und dem Umland lasen die Buchempfehlungen der Internationalen Jugendbibliothek „gegen“ und verfassten eigene Rezensionen. Besonders beeindruckend war dieses Jahr, dass auch herausfordernde Literatur, wie etwa ein Gedichtband oder ein sehr umfangreicher Roman, rezensiert wurden und die Besprechungen trotz der Menge der Einsendungen wieder außerordentlich vielseitig und gut waren. Alle Rezensionen, inklusive der gekennzeichneten Siegertexte, können in dem Reader (Mehr...) gelesen werden.

Mit einem besonderen Augenmerk auf unterschiedliche Genres, Themen und die verschiedenen Alterstufen wurden dieses Jahr folgende Bücher ausgewählt: Anton taucht ab von Milena Baisch (Beltz und Gelberg); Joyride Ost von Thorsten Nesch (Rowohlt / rororo), Erebos von Ursula Poznanski (Loewe); Der Wind lässt 1000 Hütchen fliegen von Arne Rautenberg (Boje); Mandela & Nelson von Herman Schulz (Carlsen); Das Buch der seltsamen Wünsche von Angie Westhoff (Klopp); Tage und Nächte von Sigrid Zeevaert (Thienemann).

Die besten Rezensionen wurden prämiert und die Verfasser Ende Juli zu einem Gegengelesen-Tag in die Internationale Jugendbibliothek eingeladen. Dort lernen sich die Preisträger kennen, werden ausgezeichnet und bekommen einen Einblick in die Entstehung von Büchern und Literatur. Betont werden muss an dieser Stelle, dass es der vierköpfigen Jury auch in diesem Jahr alles andere als leicht gefallen ist eine Wahl zu treffen. Alle Schüler und Lehrer können daher stolz auf ihre Ergebnisse sein. Das Projekt Gegengelesen ist nur durch das Engagement aller Beteiligen - vor allem der Lehrer - so erfolgreich.

Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, die Meinungen der Schüler ernst zu nehmen und öffentlich zu machen. Daher werden die Beiträge in den Schulen und auf der Homepage der Internationalen Jugendbibliothek veröffentlicht und an Verlage und Autoren geschickt, die die Texte ihrerseits für ihre Arbeit und Bewerbung nutzen. So wird das Lesen und Schreiben als gesellschaftlich anerkannte Kulturleistung im Bewusstsein der Teilnehmer verankert. (tl)
 

 
8. Juni 2011
„bunt, lebendig, anstrengend, traurig
Familienbilder in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur“


Eine Fachtagung zum Auftakt der neuen Ausstellung
„Alles Familie! Familiendarstellungen in aktuellen Bilderbüchern“,
die bis zum 21. August 2011 in der Wehrgang-Galerie zu sehen ist.

Veranstaltet von der Internationalen Jugendbibliothek

Die Lebensgemeinschaft Familie hat sich in Folge eines grundlegenden Wertewandels, der Liberalisierung und Individualisierung der westlichen Gesellschaft und einer zunehmenden Erwerbsorientierung der Frauen seit den 1970er Jahren stark geändert. Familie ist heute kein starres Lebensmodell mehr, sondern wird in vielfältigen Zusammensetzungen als Hausgemeinschaft gelebt und erlebt. Auf der Tagung „Bunt, lebendig, anstrengend, traurig. Familienbilder in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur“ stand die Frage im Mittelpunkt, welche Familienbilder in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur gezeichnet werden und wie der Ort beschrieben wird, an dem viel möglich ist: Geborgenheit und Nestwärme, Gewalt und Verwahrlosung, Konflikte und Versöhnung. In vier Vorträgen wurde eine Annäherung an das Thema versucht.

Nach der Begrüßung und kurzen Einführung in die Thematik von Dr. Christiane Raabe, der Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, zog die Berliner Professorin für Theaterpädagogik, Kristin Wardetzky, in ihrem spannend vorgetragenen, mit zahlreichen Beispielen untermauerten Beitrag mit dem Titel „Familiendramen im Märchen“ eine große Linie von der antiken Mythologie zu den Märchen der Neuzeit. Familiäre Konflikte werden in beiden Genres mit Gewalt, Inzest, Muttermord, Vergewaltigung und andere Ungeheuerlichkeiten ausgetragen. Anders als in den Mythen triumphiert das Prinzip des Lebens und die Jugend in den Märchen. Schuld sind immer die Eltern, nie die Kinder. Daher besitzen, so die Referentin, gerade Märchen das Potential zur Kompensation von subjektiven Gewalt- und Unrechterfahrungen von Kindern und verhelfen diesen zur emotionalen Entladung und Entlastung. Das zeigte sie anschaulich am Beispiel eines Projekts mit Ostberliner Grundschulkindern, die Märchenanfänge fortschrieben.

Die Kinderbuchkritikerin und Buchhändlerin Hilde Elisabeth Menzel führt in ihrem Vortrag anhand zahlreicher ausgewählter Illustrationsbeispiele in die aktuelle Bilderbuchproduktion ein und kam zu dem Ergebnis, dass belastende Familiensituation wie Trennung so gut wie gar nicht im Bilderbuch thematisiert werden und die glückliche, herkömmliche Familie immer noch das Genre dominiert. Auch Armut, Migration oder Verwahrlosung, die in den Medien wiederkehrenden Kampfthemen zur Familie, finden selten Eingang in Bilderbuchgeschichten.

Dem Vaterbild in der Kinderliteratur ging der Redakteur und Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Tilman Spreckelsen in seinem Vortrag nach. Unter Rückbesinnung auf historische Schlüsselromane wie Peter Pan oder die Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren resümierte er, dass der langweilige, unauffällige und schwache Vater schon immer ein beliebter Topos der Kinderliteratur war und nicht erst als Figur in die aktuelle Kinderliteratur eingeführt wurde.

Zum Abschluss führte die Journalistin, Kritikerin und Lehrbeauftragte Christine Knödler in einem dicht komponierten und kenntnisreichen Vortrag ein in die Abgründe und menschlichen Tiefen von Qual- oder Wahlverwandtschaft. Dabei zeigte sich, dass den Eltern in der Jugendliteratur ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt wird: Sie versagen auf ganzer Linie. Das zahlreich erschienene, interessierte Publikum von Lehrern, Erziehern, Hochschuldozenten, Buchhändlern, Verlagsmitarbeitern, Illustratoren und Autoren diskutierte im Anschluss lange über die Frage, weshalb die Jugendliteratur immer mehr zu einem Ort wird, an dem es kaum noch sexuelle oder moralische Tabus gibt. (cr)
 
 
26.05.2011
Zweisprachige Lesung mit dem australischen Autor Morris Gleitzman

Erst kürzlich wurden der australische Autor Morris Gleitzman und sein Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn von der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2011 ausgezeichnet. Umso mehr freute sich die Internationale Jugendbibliothek über den Besuch der beiden Preisträger, die im Jella-Lepman-Saal vor rund 100 SchülerInnen aus dem prämierten Jugendroman „Einmal“ in englischer und deutscher Sprache lasen.

Die Geschichte des 9-jährigen jüdischen Jungen Felix, der im besetzten Polen des Jahres 1942 auf die Suche nach seinen Eltern geht und dabei erst ganz allmählich begreift, in welcher Gefahr er sich befindet, ergriff die SchülerInnen sichtlich.

In der anschließenden Diskussion ging Gleitzman, der selbst jüdische Wurzeln hat, offen auf den Ansturm ihrer Fragen ein und scheute auch nicht vor persönlichen Themen zurück. Humorvoll schilderte er seinen Werdegang, wollte der Autor doch Profifußballer werden, bevor er Bücher zu schreiben begann. Dass er letztlich diesen Weg einschlug, danken ihm seine Leser weltweit. Seine Romane wie „Einmal“, der beispielhaft für seinen Wunsch steht, Geschichten zu erzählen, um Hoffnung zu erzeugen, sind bereits in über 20 Sprachen übersetzt worden. (mls)
 
 
25. Mai 2011
Festveranstaltung für Shaun Tan,
diesjähriger Preisträger des Astrid Lindgren Memorial Award


Im Andenken an die große Kinderbuchautorin Astrid Lindgren vergibt die schwedische Regierung einmal im Jahr den Astrid Lindgren Memorial Award (ALMA) an einen außergewöhnlichen Autor, Illustrator oder eine Einrichtung der Leseförderung. Seit 2009 wird der Preisträger vor der offiziellen Preiszeremonie in Stockholm mit einer Festveranstaltung in der Internationalen Jugendbibliothek geehrt. Preisträger in diesem Jahr ist der australische Autor, Illustrator und Filmemacher Shaun Tan, dem die Internationale Jugendbibliothek bereits im vergangenen Herbst eine Werkschau in der Wehrgang-Galerie von Schloss Blutenburg gewidmet hat. Fast 150 Gäste waren gekommen, um den Künstler auch am Abend des 25. Mai 2011 live zu sehen und zu hören.

In einem Grußwort skizzierte die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, die Erfolgsgeschichte des Künstlers. Seine ungewöhnliche Bildsprache und -dramaturgie habe nicht nur sie in den Bann gezogen, sondern weltweit für Aufsehen gesorgt wie die zahlreichen internationalen Auszeichnungen der letzten Jahre zeigten.

Vielleicht liegt ein Grund für die Faszination, die Shaun Tans Bilder auf den Betrachter ausüben, in der „Selbstverständlichkeit des alltäglich Unmöglichen“ wie Joachim Kalka es ausdrückte. Der Literaturkritiker und preisgekrönte Übersetzer hielt im Anschluss an die Begrüßung die erste Astrid-Lindgren-Rede mit dem Titel Ebenso und völlig anders. Das Kind liest seine Bücher, in der es ihm um die Magie von Kinderbüchern und um die Neugier und Unbekümmertheit kindlicher Leser ging. Er richtete den Blick dabei unter anderem auf die Vorstellungskraft der Kinder, die mit wunderlichster und wunderbarer Selbstverständlichkeit in allen möglichen Formen von Geschichten versinken können und dabei auch das Dunkle und Unbekannte nicht scheuen.

Shaun Tan scheint sich diese kindliche Lust auf die Begegnung mit dem Unbekannten bewahrt zu haben. In einem unterhaltsamen und ansprechenden Bildervortrag gewährte er Einblick in seine Arbeit und seinen Alltag als Künstler und erzählte unter anderem, dass er meist selbst nicht wisse, wohin der Tag ihn führen würde. Sobald er mit dem Stift in der Hand und einem Blatt Papier vor sich an seinem Arbeitsplatz säße, würde er sich auf einen Spaziergang mit einer Linie begeben („I am taking a line for walk“), und dabei würden oft die erstaunlichsten Dinge passieren.

Als Liebhaber und Bewunderer seiner Werke kann man nur hoffen, dass der sympathische Künstler noch viele weitere solcher „Spaziergänge“ unternimmt und seine fantastischen Geschichten mit den Lesern teilt. Congratulations, Shaun Tan! (cg)
 
 

25. Mai 2011
Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel von Schweden
zu Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek


Zum Abschluss ihres zweitägigen Aufenthalts in München besuchte das schwedische Kronprinzessinnenpaar auf Einladung der Schwedischen Botschaft am 25. Mai 2011 die Internationale Jugendbibliothek.

Unter großem Jubel und Applaus fuhr der Konvoi nachmittags auf dem Vorplatz des Schlosses vor, wo das Paar von dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Dominik Freiherr von König, der Bibliotheksdirektorin, Dr. Christiane Raabe, und von der Frau des bayerischen Ministerpräsidenten, Karin Seehofer, empfangen wurde. Dort stand zunächst ein Rundgang durch die weltweit einmalige Bibliothek auf dem Programm.

Im Museumsdach traf Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel mit der Illustratorin Binette Schroeder (rechts im Bild) und den Malkindern der Internationalen Jugendbibliothek zusammen, die sie dem Paar zur Erinnerung an ihren Besuch im Bücherschloss eine selbst gestaltete Krokodilsgeschichtensammlung überreichten. Außerdem übergab die Direktorin der Kronprinzessin ein Vorabexemplar des neuen, von der Internationalen Jugendbibliothek herausgegebenen Arche Kinder Kalenders.


 

 


 

An dem Rundgang nahm auch der australische Autor und Illustrator Shaun Tan teil, der in diesem Jahr von der schwedischen Regierung mit dem Astrid Lindgren Gedächtnispreis, kurz ALMA, ausgezeichnet wurde und am Abend in einer Festveranstaltung geehrt wurde.
 


Der Stiftungsratsvorsitzende der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Dominik Freiherr von König, brachte in seinem anschließenden Grußwort im Namen der Bibliothek einen Wunsch an die Kronprinzessin vor: Möge sie wiederkommen und ihr Wohlwollen und ihre Sympathie für das Anliegen der Bibliothek, die Bewahrung und Verbreitung der Kinder- und Jugendliteratur, bewahren. (cg)

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3. Mai 2011
Besuch der schwedischen Kronprinzessin Victoria in der Internationalen Jugendbibliothek!


Am 25. Mai 2011 besuchen die schwedische Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Daniel anlässlich der Präsentation des Astrid-Lindgren-Memorial-Awards die Internationale Jugendbibliothek. Die Direktorin Dr. Christiane Raabe wird das Paar zusammen mit dem diesjährigen ALMA-Preisträger Shaun Tan durch das Haus führen. Im Anschluss wird es für geladene Gäste einen Empfang geben.

Bei der öffentlichen ALMA Festveranstaltung um 19 Uhr wird der Kritiker und Übersetzer Joachim Kalka eine Astrid Lindgren Rede halten und der australische Autor und Illustrator Shaun Tan über Erzählen in Bildern sprechen.

Die Internationale Jugendbibliothek freut sich auf den hohen Besuch aus Schweden und auf den ALMA-Preisträger Shaun Tan!
 
 

5. April 2011
Neuer Vorstand im Stiftungsrat der Internationalen Jugendbibliothek

Auf der Sitzung des Stiftungsrats der Stiftung Internationale Jugendbibliothek am 1. April wurde ein neuer Vorstand gewählt. Zum neuen Vorsitzenden wurde Nikolaus Turner berufen, der hauptamtlich als Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen tätig ist. Herr Turner folgt Peter Nickl als Vorstandsvorsitzender nach, der seit 2003 den Vorsitz im Stiftungsvorstand innehatte. Ebenfalls für eine zweite Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung stand Prof. Dr. Helga Reimann. Ihren Platz nimmt nun die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek Dr. Christiane Raabe ein. Ihre Vorgängerin, Frau Dr. Barbara Scharioth, die bereits im alten Vorstand war, wurde vom Stiftungsrat erneut bestätigt. Der neue Vorstand amtiert bis zum Frühjahr 2016.
 

 
31. März 2011
Anna Katrina Gutierrez von den Philippinen
zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek

Bis Ende Juni forscht Anna Katrina Gutierrez im Rahmen ihrer Doktorarbeit in der Internationalen Jugendbibliothek. Sie kommt von den Philippinen und promoviert derzeit an der Macquarie University in Sydney über das Thema „Austausch zwischen Ost und West in der Kinderliteratur und Kultur“. Ausgangspunkt ihrer Forschung ist die Frage, wie globale und lokale Einflüsse in der Kinderliteratur zusammenspielen. Während ihres Stipendienaufenthalts befasst sie sich mit international bekannten Märchen und deren regional unterschiedlichen Nacherzählungen. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen dabei weltweit bekannte Motive wie z. B. Hans Christian Andersens kleine Meerjungfrau und die Frage, welche Umdeutung diese in verschiedenen Regionen der Welt erfahren. In der Internationalen Jugendbibliothek recherchiert sie in Bilder- als auch Kinderbüchern aus dem amerikanisch-europäischen und asiatischen Raum nach verschiedenen Versionen von Nacherzählungen. (mls)
 
 
28.03.2011
Lesung mit Mirijam Günter

Im Rahmen der Münchner Bücherschau Junior war die Autorin Mirijam Günter zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek und las vor rund 70 SchülerInnen aus ihrem Jugendbuch „Die Ameisensiedlung“. Der Roman schildert die schwierige Lebenssituation der 15-jährigen Conny, die sich in einem sozialen Brennpunkt der Stadt um ihre alkoholabhängige Mutter, ihre Halbgeschwister und sich selbst kümmern muss.

Die sympathische Autorin gab den Jugendlichen außerdem einen Eindruck von ihrem persönlichen Weg, der über verschiedene Hauptschulen und abgebrochene Ausbildungen zum professionellen Schreiben führte. Neben ihren sozialkritischen Jugendromanen hat sich die Autorin mit Literaturwerkstätten in Jugendvollzugsanstalten, Hauptschulen und Jugendzentren bundesweit einen Namen gemacht. Beeindruckt zeigten sich die SchülerInnen auch von dem von inhaftierten Jugendlichen geschriebenen Gedicht, das die Autorin am Ende der Veranstaltung vortrug. (tl)
 
24. März 2011
Eröffnung der Ausstellung Gestiefelte Kater, bebrillte Esel, beschirmte Krähen.
Die fantastische Bilderwelt des Illustrators Klaus Ensikat

Knapp 100 Gäste, darunter auch zahlreiche Freunde und Wegbegleiter, kamen am Abend des 24. März in die Internationale Jugendbibliothek zur Eröffnung der Ausstellung, in der 200 Originalillustrationen des renommierten Künstlers Klaus Ensikat gezeigt werden. Zu sehen sind Arbeiten aus den letzten vierzig Jahren, darunter zahlreiche Originale aus preisgekrönten Bilder- und Kinderbüchern aber auch Federzeichnungen, die Ensikat für bibliophile Drucke der Berliner Handpresse gemacht hat. Der Fokus der breit angelegten Werkschau liegt auf den fantastischen, surrealen Arbeiten des Illustrators.

Nach der Begrüßung der Gäste durch die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek Frau Dr. Raabe, übernahm der Bruder des Illustrators, Peter Ensikat, das Wort. Der bekannte Kabarettist gab auf ebenso persönliche wie satirische Weise Einblick in das künstlerische Werk Klaus Ensikats und sparte nicht mit Seitenhieben auf die Mechanismen des deutschen Kunstmarkts. Er bezeichnete Ensikats Illustrationen als „Kunst für uns Menschenkinder“, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht und meinte: „Niemand kann Hässlichkeit so schön zeichnen wie mein Bruder“.

Musikalisch umrahmt wurde der kurzweilige Abend vom Ensemble Salonzauber.

Die hintersinnigen und oft skurrilen Illustrationen von Klaus Ensikat laden noch bis 12. Mai 2011 zum Entdecken und Verweilen in die Internationale Jugendbibliothek ein. (mls)
 
 
22. März 2011
Lesung mit der dänischen Bestseller-Autorin Janne Teller

Mit zwei Veranstaltungen in der Internationalen Jugendbibliothek startete die Bestsellerautorin Janne Teller am 16. März 2011 ihre Lesetour durch Deutschland. Im Mittelpunkt stand dabei der im Herbst 2010 beim Hanser Verlag erschienenen Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“.

Das Buch über eine Gruppe Jugendlicher, deren radikale Suche nach Lebenssinn außer Kontrolle gerät, trifft den Nerv der Jugendlichen, wie die rege Diskussion der rund 130 Schülerinnen und Schüler aus Münchner Schulen am Vormittag zeigte.

Auch für das erwachsene Publikum am Abend war die persönliche Begegnung mit der sympathische Autorin aus Dänemark anregend und bereichernd. Nachdem diese einen kurzen Abschnitt auf Dänisch vorgetragen hatte, folgte eine Lesung in deutscher Sprache von der Schauspielerin Anja Herdemerten.

In dem anschließenden von Christiane Raabe moderierten Gespräch wurden immer wieder Bezüge zur aktuellen Weltlage hergestellt. Führen die Ereignisse im Nahen Osten und in Japan doch deutlich vor Augen, wie schnell sich die globalen Verhältnisse ändern können. Ein Gedankenspiel, zu dem Tellers neues Buch „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“, einlädt. (cg)
 
 
16. März 2011
Zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek:
Natalia Méndez aus Argentinien

Natalia Méndez arbeitet als Lektorin für Kinderliteratur bei dem argentinischen Verlag Editorial Norma. Außerdem hält sie Seminare über das Verlagswesen an der Universidad de Buenos Aires. Während ihres Aufenthalts im Bücherschloss bis Ende April 2011 will die Stipendiatin die Paratexte ausgewählter Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur vergleichen. Dabei untersucht sie, wie Verlage über den Paratext eines Kinderbuchs mit dem Leser bzw. Käufer kommunizieren und inwieweit ein Text wie etwa „Peter Pan“ in verschiedenen Ausgaben aus mehreren Ländern im Paratext unterschiedlich präsentiert wird. Natalia hofft, in der Sekundärliteratur Hinweise dafür zu finden, weshalb sich Verlage für eine bestimmte Gestaltung von Paratexten entscheiden. (mls)
 
 
1. März 2011
Congratulations: Oscar für Shaun Tan!

Der australische Illustrator und Autor Shaun Tan hat einen Oscar für seinen animierten Kurzfilm „The Lost Thing“ erhalten. Der Film basiert auf seinem hoch gelobten, gleichnamigen Bilderbuch, in dem die humorvolle und gleichzeitig nachdenklich stimmende Geschichte eines Jungen erzählt wird, der am Strand eine bizarre, verloren gegangene Kreatur findet. Über mehrere Jahre arbeitete Shaun Tan mit einem kleinen Team an der Filmadaption des Buches. Im September 2010 war der sympathische Australier zu Gast auf Schloss Blutenburg. Die Internationale Jugendbibliothek gratuliert zu dieser besonderen Ehrung! (tl)
 
22. Februar 2011
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz

Vermitteln Kinder- und Jugendbücher auch Vorurteile und Feindbilder gegen ethnische, kulturelle, soziale oder sexuelle Minderheiten? Und wenn ja, wirken sie damit nachhaltig auf die sich herausbildende Weltsicht von jungen Lesern ein? Professor Wolfgang Benz, langjähriger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und Träger des Geschwister-Scholl-Preises, meint ja! Ressentiments und rassistische Stereoptype würden in der Kinder- und Jugendliteratur oft auf sublime Weise transportiert und selbst Bücher, die in aufklärerischer Absicht geschrieben wurden, könnten zur Herausbildung von Vorurteilen beitragen, so die Hauptthese seines Vortrags „Vorurteile in der Kinder- und Jugendliteratur“, den er am 22. Februar 2011 in der Internationalen Jugendbibliothek hielt.

Mit dieser These weckte er nicht nur die Diskussionslust der etwa 40 Veranstaltungsteilnehmer/innen, sondern auch breites Interesse bei den Medien. Hier zu sehen im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk / Interkulturelles Magazin, zusammen mit Dr. Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek. (cg)
 
 

1. Februar 2011
Die Internationale Jugendbibliothek erweitert ihre Magazinräume

Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums ihrer Buchbestände stieß die Internationale Jugendbibliothek bereits seit einigen Jahren an ihre räumlichen Grenzen. Der Bestand beträgt inzwischen knapp 600.000 Bücher und wächst um jährlich ca. 10.000 Bücher an.
Nach intensiver Suche konnte im Sommer 2010 ein geeigneter Magazinraum im benachbarten Puchheim angemietet werden. Die rund 500 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten befinden sich im ersten Stockwerk einer Gewerbeimmobilie am Ortsrand von Puchheim mit guter Verkehrsanbindung. Sie bieten Platz für den Buchzugang der nächsten zwanzig Jahre.
Im Herbst wurden umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt, die insbesondere die Anpassung der Klimaanlage an die konservatorischen Anforderungen einer Bibliothek, die Erneuerung der Beleuchtung und der Kommunikationstechnik umfassten. Im Dezember wurde rund die Hälfte des Magazins mit einer Fahrregalanlage ausgestattet und kann nun bezogen werden.
Für die Finanzierung der Investitionen stellten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Kulturreferat der Landeshauptstadt München die notwendigen Mittel zur Verfügung.
 

26. Januar 2011
Lehrerfortbildung „Worte finden für das Unfassbare“

21 Lehrerinnen und Lehrer aus oberbayerischen Realschulen und Gymnasien folgten am 25. Januar 2011 der Einladung der Internationalen Jugendbibliothek, nach neuen Wegen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu suchen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie man die Schülerinnen und Schüler zur persönlichen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Gräueltaten anregen kann, ohne dass sie sich von moralischen Vorgaben und schulischen Bewertungskriterien gehemmt fühlen. Welches Potential hat dabei ein außerschulischer Lernort wie die Internationale Jugendbibliothek?

In der ganztägigen Fortbildung lernten die Lehrerinnen und Lehrer ein Angebot kennen, das die Internationale Jugendbibliothek in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Dachau bereits seit zwei Jahren erfolgreich durchführt: Nach dem Besuch der Gedenkstätte bekommen junge Menschen auf Schloss Blutenburg, dem idyllischen Sitz der Internationalen Jugendbibliothek, Gelegenheit, in einer Schreibwerkstatt ihre persönlichen Eindrücke und Gefühle schriftlich zu verarbeiten. Begleitet werden sie dabei von einem professionellen Jugendbuchlektor.
Das Modell mit dem Titel „Worte finden für das Unfassbare“, das für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse geeignet ist, wurde von den Lehrerinnen und Lehrern positiv aufgenommen. „Im Unterricht haben wir kaum Zeit, den Besuch der Gedenkstätte nachzubereiten. Dabei wäre es so wichtig“, so eine Teilnehmerin. Bleibt zu hoffen, dass zukünftig möglichst viele Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schüler diesen Prozess der individuellen Verarbeitung ermöglichen! (cg)
 
 
Zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek:
Gaja Kos aus Slowenien

Die 31-jährige Literaturwissenschaftlerin arbeitet seit schon seit vielen Jahren als Lektorin für zwei renommierte slowenische Verlage und veröffentlicht regelmäßig Kinder- und Jugendbuchrezensionen in Fachzeitschriften und Tageszeitungen. 2010 erhielt sie dafür sogar den begehrten Journalistenpreis Stritarjeva Nagrada, der einmal jährlich an herausragende junge Kritiker verliehen wird. Darüber hinaus promoviert sie an der Universität in Ljubljana zum Thema „Slowenische Problemliteratur für Jugendliche“. Da dieses Genre in Slowenien bislang noch nicht im Fokus der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft stand, muss Gaja Kos viel Grundlagenarbeit leisten. Neben der systematischen Erfassung von rund 60 Büchern (ohne Übersetzungen) seit den 1960er Jahren bis heute, wird sie auch inhaltliche, sprachliche und stilistische Aspekte analysieren und einen Überblick geben über die Historie dieses Genres, das seit den 1990er Jahren einen deutlichen Zuwachs in Slowenien zu verzeichnen hat. Ihr Stipendienaufenthalt in der Internationalen Jugendbibliothek vom 10. Januar bis 10. April 2011 dient vornehmlich der Recherche von Sekundärliteratur aus anderen Ländern, in denen bereits mehr über problemorientierte Prosa für Jugendliche geforscht wurde. (cg)