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Mitteilungen

Archiv
18. Juni 2010
Zu Gast: 7 Studenten aus North Carolina
Seit Jahren gibt es eine wunderbare Kooperation der Internationalen Jugendbibliothek mit Linda Veltze, aus der Abteilung „Leadership und Educational Studies“ der Appalachian State University, Boone, North Carolina. Im Sommer war Sie einen Monat lang mit einer Studentengruppe zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek. Viele der Studenten haben bereits ein Studium oder eine Ausbildung im Buchhandel oder im Bibliothekswesen abgeschlossen. Wie das Erinnerungsfoto zeigt bekamen sie auf Schloss Blutenburg sogar eine persönliche Führung von der Illustratorin Binette Schroeder. Jeder der Studenten ging während des Besuches den eigenen, selbst gewählten Forschungsinteressen nach.
Teresa Spring untersuchte wie die kubanische Tradition und Kultur in Kinderbüchern dargestellt und durch sie weitergetragen wird. Den verschiedenen Darstellungsweisen und Interpretationen des Themas „Tod in Bilderbüchern“ widmete sich Sharon Woodrow. Debora Wood beschäftigte sich mit dem Thema „globales Bewusstsein“ in der Kinder- und Jugendliteratur. In diesem Zusammenhang nahm sie die Sammlung zur Wanderausstellung „Hello, dear Enemy“ in Augenschein. Die zwiespältige und vielseitige Figur des Wolfes in der Kinderliteratur und Buchillustration war das Forschungsobjekt von Amy Fish. Nicklaus McCollister beschäftigte sich mit der Frage, wie und mit welchen Konnotationen Homosexualität in Bilderbüchern dargestellt wird. Ann Eddens nutze das Manifest der IFLA (International Federation of Library Associations) als einen Leitfaden für die Erstellung eines multikulturellen und internationalen Buchsammlung für Schulbibliotheken in North Carolina. Wie wird der Zweite Weltkrieg und der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur dargestellt und wie unterschiedlich werden diese Themen aus verschiedenen historischen und nationalen Blickpunkten behandelt, fragte sich Allison Wonsick.
In einer Abschlusspräsentation stellte jeder der sieben Studenten den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Internationalen Jugendbibliothek seine Forschungsergebnisse vor. (tl)
 
 
16. Juni 2010
Peter Nickl zum 70. Geburtstag
Anlässlich seines 70. Geburtstags wurde der langjährige Freund und Förderer der Internationalen Jugendbibliothek Peter Nickl mit einer kleinen Feier überrascht.
Die ehemalige Direktorin Frau Scharioth, der neue Stiftungsratvorsitzende Dr. Freiherr von König und die Direktorin Frau Dr. Raabe dankten dem Jubilar in ihren Reden für ein bewundernswertes Engagement als Vorsitzender des Stiftungsvorstands, als Vorstandsvorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Internationalen Jugendbibliothek e.V. und als Liebhaber und Kenner der Kinderliteratur und der Bilderbuchillustration für die Belange der Internationalen Jugendbibliothek. In den Reden betonten die Gratulanten alle die Leichtigkeit und Lebensfreude, die der Musikliebhaber ausstrahlt, und diesen Wesenzügen sollte auch das Rahmenprogramm gerecht werden: Die Studentin Lisa Schettel zeigte wie faszinierend und filigran auf einem Hackbrett musiziert werden kann und Thorsten Krohn las einige sehr zum Schmunzeln anregende Abenteuer des Baron von Münchhausen. Mit dessen phantasievollen Geschichten hatte sich Peter Nickl zusammen mit seiner Frau, der Illustratorin Binette Schroeder, im Rahmen eines gemeinsamen Buchprojektes auseinander gesetzt. (tl)
 
Mai 2010
Neuer Gast: Maud D. Rodrigue aus Montréal, Kanada
Bis Ende Juli ist Maud D. Rodrigue, die an der Universität Montréal in Kanada Germanistik studiert, zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek. Ihren Aufenthalt nutzt sie für Recherchearbeiten zu ihrer Magisterarbeit mit dem Titel: „Die Anfänge der Wiener Buchillustration: Entwicklung einer kindergerechten Ikonographie zur Zeit der Aufklärung“. Bedingt durch die aufklärerische Geistesströmung, den ansteigenden Buchhandel und der Schulreform wandelt sich zum ausgehenden 18. Jahrhundert die Sicht auf Erziehung, auf das Wesen des Kindes und damit auch die Aufgabe von Kinderbüchern und ihren Illustrationen, bei denen der Kupferstich vorherrschte. Wiener Kupferstecher hatten bis in die 1770er Jahre ihre Ausbildung meistens in Süddeutschland erhalten. Doch im Laufe der Zeit gewann der Wiener Kupferstich ein neues Ansehen und Erziehung wird zu einem nationalen Anliegen. Daher ist es für Maud spannend im großen Archiv Bibliothek die Bilderbücher aus dem Zeitalter der Aufklärung zu untersuchen. Ihr Forschungsinteresse widmet sie vor allem der Frage, inwieweit sich die Wiener von den Süddeutschen Kupferstichen unterscheiden und welche Rolle dabei geschichtliche und politische Hintergründe spielen. (tl)
 
26. Mai 2010
Festveranstaltung
Die ALMA-Preisträgerin 2010 Kitty Crowther zu Gast

Der Astrid Lindgren Memorial Award, kurz ALMA, ging dieses Jahr an die belgische Autorin und Illustratorin Kitty Crowther. Der mit 5 000 000 Kronen (ca. 500 000 Euro) dotierte Preis wird von der schwedischen Regierung gestiftet und von Königin Silvia persönlich überreicht. Vor der offiziellen Verleihung organisierte die Internationale Jugendbibliothek in Kooperation mit dem Astrid Lindgren Memorial Award am 26.Mai einen Abend und Empfang für und mit Kitty Crowther. Rund 80 Gäste nutzen die Gelegenheit der Preisträgerin zu begegnen.
Die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, ging in ihrer Begrüßung auf die Geschichte des ALMA ein und erinnerte an Astrid Lindgrens durchaus moralische Auffassung von Kinderliteratur. Herzliche Glückwünsche kamen auch von Jean-Pierre Roland, der die Organisation Wallonie-Bruxelles-International vertrat. Danach sprach die Illustratorin Judith Drews, die Mitglied des Nominierungskomitees der Illustratoren Organisation e.V. war, das Kitty Crowther für den ALMA vorgeschlagen hatte. In einer sehr persönlichen gefärbten und warmherzigen Rede beleuchtete sie Kitty Crowthers vielschichtiges Werk und betonte dabei die magischen und poetischen Momente ihrer Bücher. Als Höhepunkt stand Kitty Crowther der Lektorin für frankophone Literatur in der Internationalen Jugendbibliothek, Sibylle Weingart, in einem Interview Rede und Antwort. Das Publikum erlebte eine temperamentvolle und sympathische Preisträgerin, die freizügig in ihren kreativen Schaffensprozess Einblick gab. So bekamen die Gäste einen Eindruck davon, wie sich Cowthers Inspiration aus ihrer wachen Wahrnehmung der Natur und zugleich aus ihrer reichen Phantasie speist. Mit Getränken, Speisen und Diskussionen klang der Abend für Besucher wie Organisatoren aus. (tl)
 
6. April 2010
Zu Gast: Austra Avotina aus Lettland
Austra Avotina, die an der Lettischen Universität in Riga Dozentin für Kunstgeschichte, lettische Kulturgeschichte und kulturhistorischer Didaktik ist, gastiert knapp zwei Monate in der Internationalen Jugendbibliothek.
In Ihren Forschungen widmet sie sich vor allem Kinderbuchillustrationen Lettlands und Deutschlands in den 1920’er und 30’er Jahren. Interessant ist für sie dabei die Frage, warum bestimmte Kinderbücher wie Der Struwwelpeter oder Orbis pictus von Comenius (Die sichtbare Welt) auch über die Jahrhunderte hinweg Popularität genießen. Erstaunlicherweise können sie sich, so Austra, auch gegen die Flut heutiger Kinderbücher, die meist ein sehr aufwendiges Layout aufweisen und in ihrer Gestaltung versuchen alle Sinne des Lesers anzusprechen, ihre Qualität behaupten. Und das obwohl ihre graphische Gestaltung mit den Mitteln der damaligen Zeit, viel reduzierter sind. Das spräche dafür, dass der Inhalt der Kinderbücher auch über die Jahrhunderte wichtiger bleibt, als beispielsweise ein aufwendiges Layout. (tl)
 
März 2010
Neuer Gast: Sara Hudson aus den Vereinigten Staaten
Die neue Stipendiatin Sara Hudson kommt aus Texas und trägt auch im Bücherschloss Cowboystiefel. Sara ist Doktorandin an der Fakultät für Amerikanistik an der renommierten Yale Universität. In der Internationalen Jugendbibliothek arbeitet sie an zwei verschiedenen Teilen ihrer Dissertation. Zum einen begutachtet sie spanische, englische und französische Kinderbücher aus U.S-Bundesstaaten, die an der Grenze zwischen der U.S.A und Mexiko liegen, aus Louisiana, Lateinamerika oder aus der Karibik. Zum anderen nutzt sie die Archive über Jella Lepman und über die Gründung der Internationalen Jugendbibliothek. Anhand dieser Dokumente untersucht sie, wie verschiedene Gruppen, wie staatliche Gremien, Bibliothekare und auch Kinder selbst, Kinderbücher, Übersetzungen und Illustrationen nutzen, um Gemeinschaften, die nationale, ethnische und linguistische Grenzen nach dem Zweiten Weltkrieg überschreiten, vorstellbar zu machen. Nach ihrem Aufenthalt in Deutschland wird Sara nach New Orleans ziehen, um ihre Forschungen für ihre Dissertation in anderen Archiven fortzusetzen. (tl)
 
Neue Ausstellung: Gegengelesen
Seit dem 15. April gibt es im Wehrgang eine neue Ausstellung zu bewundern – die Ergebnisse des Projekts ‚Gegengelesen’. 15 deutschsprachige Titel der aktuellen White-Ravens-Auswahl – 250 herausragenden Novitäten der weltweiten Kinder- und Jugendbuchproduktion, die in einem Katalog in kurzen Annotationen vorgestellt werden – wurden von Schülerinnen und Schülern von Münchner Grund- und Hauptschulen ‚gegengelesen’ und in Rezensionen bewertet. Herausgekommen sind dabei lebendige, ehrliche und oft überraschende Einschätzungen der Texte und Illustrationen.

Die Resonanz auf das Projekt war mit insgesamt über 350 Schülerrezensionen überwältigend. Gezeigt werden daher nicht nur die außergewöhnlichsten Beiträge, Zeichnungen und Arbeitsmaterialien, vielmehr werden alle Texte zur Lektüre ausgelegt sowie auf unserer Homepage veröffentlicht. Die Ausstellung der Rezensionen wird durch eine Präsentation aller 250 White-Ravens-Bücher im Studiensaal abgerundet.
‚Gegengelesen’ wurde von der Internationalen Jugendbibliothek in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt der Landeshauptstadt München und dessen Arbeitskreis Lese- und Literaturförderung initiiert. (ig)
 

16. März 2010
Ausstellungseröffnung
Susanne Janssen: Jedes Buch ein Abenteuer

Am 16. März wurde die Ausstellung „Jedes Buch ein Abenteuer. Die Bilderbuchillustratorin Susanne Janssen“ im Jella-Lepman-Saal eröffnet. Die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Frau Dr. Raabe, führte in ihrer Eröffnungsrede in das eigenwillige und kontrovers diskutierte Werk ein und machte dabei die künstlerische Entwicklung der im Elsass lebenden Illustratorin deutlich.
Anschließend präsentierte die Autorin zusammen mit dem französischen Komponisten und Pianisten Thierry Mechler eine musikalische Lesung zu „Hänsel und Gretel“, während ihre Illustrationen des Märchens auf eine Leinwand projiziert wurden. Durch die gemeinsame Wirkung von Sprache, Bild und Klang wurden die Gäste in die phantastische und auch grausame Welt des Märchens hineingezogen. Fast zwei Stunden signierte die Illustratorin im Anschluss ihre Bücher.

Bei Wein und Brot konnten die rund 100 Gäste die ausgestellten Originalillustrationen, Collagen und Linolschnitten studieren. Überraschende Perspektiven und ungewöhnliche Proportionen zeichnen das Werk aus und tragen zu einer traumhaften Wirkung bei. Die druckgrafischen Werke wirken im Gegensatz zu den kräftigen Ölbildern zart und schwerelos. (tl)

 
12. März 2010
Dr. Dominik Freiherr von König ist neuer Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Internationale Jugendbibliothek

Nach 15 Jahren legt Dr. Sabine Solf, Mitglied der deutschen UNESCO-Komission und bis 1997 Leiterin des Forschungsprogramms der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, ihr Amt als Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Internationale Jugendbibliothek nieder. Als Abgeordnete der deutschen UNESCO-Komission wird sie den Stiftungsrat weiterhin unterstützen.

Ihr Nachfolger wird Dr. Dominik Freiherr von König. Der promovierte Germanist ist seit über 30 Jahren für Stiftungen und für die Kultur tätig: Bis 1980 war er wissenschaftlicher Berater der Volkswagenstiftung, anschließend bis 1992 Leiter der Förderungsabteilung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, dann bis 2008 Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen; von 1997 bis 2008 Mitglied des Beirats und Leiter des Arbeitskreises Kunst und Kultur im Bundesverband Deutscher Stiftungen. 2008/2009 Vorsitzender des Beirats für Stifterland Bayern.

Der neue Stiftungsrat setzt sich wie folgt zusammen:
Dr. Dominik Freiherr von König (Vorsitz)
Uta-Christina Biskup, Bonn, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Hannelore Börner, München, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Jeffrey Garrett, Evanston (Illinois) / USA, Northwestern University
Dr. Rolf Griebel, München, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek
Klaus Humann, Hamburg, Verleger des Carlsen Verlags
Eva Schuster, München, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Dr. Sabine Solf, Wolfenbüttel, dt. UNESCO-Komission
Eberhard Spangenberg, München
Hansjörg Weitbrecht, Verein Internationale Jugendbibliothek
(cg)
 

12. März 2010
Die tschechisch-deutsche Schriftstellerin Iva Procházková besuchte am 12. März das spätwinterlich verschneite Bücherschloss und las im Rahmen der Münchner Bücherschau junior aus ihrem Jugendroman „Die Nackten“. Entsprechend  der Lebensgeschichte Procházkovás spielt auch ihr episodenhafter Roman in Deutschland und Tschechien. In ihrer lebhaften Art stellte die Autorin jugendliche Charaktere mit ihren Ängsten und Hoffnungen, mit ihren Träumen und Zweifeln vor: die hochbegabte und rebellische Syliva, der mit Drogenproblemen kämpfende Niklas, der sinnliche Robin und der verkopfte Filip. Klischeefrei und ohne erhobenen Zeigefinger gelingt es der Autorin die komplexen Erfahrungen und Erlebnisse der Pubertät zum Thema zu machen. So boten sich den fast 180 lauschenden Schüler/innen vielseitige Identifikationsmöglichkeiten mit den ganz verschieden angelegten Figuren.
In einer anschließenden Fragerunde verriet die Autorin, dass ihre eigenen Kinder ihr bei der Arbeit an dem Buch geholfen und sie bei der Entwicklung der Figuren inspiriert haben. (tl)

 

10. März 2010
Im Rahmen der Münchner Bücherschau junior war am 10. März der österreichische Autor und Journalist Wolfgang Böhmer in der Internationalen Jugendbibliothek zu Gast und las aus seinem Buch „Hesmats Flucht. Eine wahre Geschichte aus Afghanistan“.

Gespannt verfolgten knapp 160 Schüler/innen den mühsamen und gefährlichen Fluchtweg des 11-jährigen Hesmats über den Hindukusch bis nach Moskau, von Budapest bis nach Innsbruck. Wolfgang Böhmers Buch basiert auf vielen Interviews, die er mit dem Jungen geführt hat. Über 80 Stunden Tonmaterial hat sich dabei angesammelt und einige Ausschnitte daraus ergänzten die bewegende Lesung. Außerdem zeigte Böhmer Fotos aus Afghanistan und berichtete von seinen eigenen Erfahrungen in dem von Kriegen und Auseinandersetzungen gebeutelten Land. Für die zuhörenden Kinder wurde in der Lesung eines von vielen Flüchtlingsschicksalen nachvollziehbar und erfahrbar. (tl)

 

4. März 2010
Zweimal Gold, 15 Mal Silber – das schlägt jeden Medaillenrekord bei den Olympischen Spiele in diesem Winter! Insgesamt 17 Jungen und Mädchen der 6. Jahrgangsstufen an Münchner Schulen nahmen Teil am 51. Stadtentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs. Einen ganzen Vormittag lang unterhielten sie das Publikum in der Internationalen Jugendbibliothek mit Auszügen aus ihren Lieblingsbüchern. Die Auswahl reichte von Klassikern wie Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe oder Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling, über Dauerbrenner wie Paul Maars Sams-Geschichten oder Michael Endes Momo bis hin zu modernen Romanen wie Crazy von Benjamin Lebert oder Alabama Moon von Watt Key. Die Stimmen von lebenden Skeletten und Tagebuch schreibenden Pferden wurden dabei ebenso geschickt vorgetragen, wie die fesselnden Erzählungen von Abenteurern oder die Alltagserlebnisse von Jugendlichen.

Besonders beeindruckend war die Präsentation der gehörlosen Schülerin Nur Beysun, die eine Passage aus Fette Fische von Carl Hiassen vorbereitet hatte. Während sie sehr sicher und mit klarer Stimme vorlas, übersetzte ihr Mitschüler Nico den Text simultan in die Gebärdensprache.

Als Überraschungstext, den die Schüler unvorbereitet lesen mussten, hatten die Veranstalter den Roman Nennt mich nicht Ismael von dem australischen Autor Michael Gerard Bauer ausgewählt, der in diesem Sommer auch Gast im Bücherschloss sein wird.

Nach den zwei Leserunden hatte die 5-köpfige Jury die Qual der Wahl: „Am liebsten würde wir euch alle in die nächste Runde schicken…“ Aber sie mussten sich entscheiden und so dürfen nun Omar Khalil von der Volksschule an der Bernaystraße und Franziska Ibscher vom Bilingualen Gymnasium PHORMS München für ihre Gruppen demnächst beim Bezirkentscheid Oberbayern antreten. (cg)

 
12. Februar 2010
Zu Gast: Janet Evans aus Großbritannien
Im Frühjahr 2010 ist Janet Evans aus dem nordwestlichen England im Rahmen eines Stipendiums an der Internationalen Jugendbibliothek zu Gast. Janet arbeitet an der Liverpool Hope University als Literacy und Educational Consultant und Dozentin für Erziehungswissenschaften. Während ihres Aufenthaltes im Bücherschloss forscht sie über ungewöhnliche und mehrdeutige Bilderbücher, die aus ganz unterschiedlichen Ländern kommen und oftmals kontroverse und zum Nachdenken anregende Themen behandeln, wie beispielsweise Wolf Erlbruchs »Die Menschenfresserin«.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das Thema „reader response“ im Bezug auf Bilderbücher von dem auch ihr 2009 veröffentlichtes Buch »Talking Beyond the Page: Reading and Responding to Picturebooks« handelt. (tl)
 

9. Februar 2010
Illustrationsworkshop mit Henning Wagenbreth
Am 4. Februar 2009 war der Berliner Comic-Avantgardist Henning Wagenbreth zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek. Er führte hier einen Workshop durch, an dem zehn Schülerinnen des Heinrich-Heine-Gymnasiums teilnehmen durften. Die Jugendlichen stecken gerade mitten in einem Illustrationsprojekt für ihre Schule und nutzten die Gelegenheit, sich ein paar wertvolle Tipps und Tricks von dem Künstler zu holen. Henning Wagenbreth leitete nicht nur den praktischen Teil, in dem die Schülerinnen sich an der Technik des Scherenschnitts versuchten, sondern erzählte auch viel aus einem Arbeitsalltag. So erklärte er am Beispiel von „Mauern“, einer Publikation des Goethe-Instituts Italien, wie er bei der Illustration eines Buches vorgeht. „Mauern“ entstand anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls und versammelt europäische Geschichten zum Thema. Die Ausstellung zum Buch, die ihren Fokus auf Henning Wagenbreths Bilder legt, ist noch bis 5. April in der Internationalen Jugendbibliothek zu sehen.

 

4. Februar 2010
Lesungen für Schulklassen
Im Rahmen der Münchner Bücherschau Junior finden in der Internationalen Jugendbibliothek Anfang März zwei Lesungen für Schulklassen statt, für die noch Plätze frei sind.
Am 10. März stellt Wolfgang Böhmer sein Buch Hesmats Flucht  vor. Er hat die wahre Geschichte des afghanischen Jungen niedergeschrieben, der aus seiner Heimat flüchten muss. Ein Jahr dauert Hesmats Odyssee, bis er schließlich in Innsbruck landet.
Am 12. März liest Iva Procházková aus ihrem Jugendroman Die Nackten. Das Buch, das 2009 gleich zweimal für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, begleitet fünf Heranwachsende durch einen Berliner Sommer und auf der Suche nach sich selbst.
Weitere Informationen zu den Büchern und zu den Lesungen finden Sie hier...
 

25. Januar 2010
Zu Gast: Alice Curry aus Großbritannien
In den kommenden drei Monaten wird Alice Curry aus Großbritannien als Stipendiatin in der Internationalen Jugendbibliothek forschen. Nach ihrem Studium der Englischen Literatur in Oxford und einem Master in Kinderliteratur an der Macquarie-Universität in Sydney, Australien ist Alice nun Dozentin für Kinderliteratur in Sydney. In der Internationalen Jugendbibliothek möchte Alice Material für ihre Doktorarbeit sammeln. Sie schreibt über das Konzept des „Blind Space“ in der Kinderliteratur. Der Begriff des „Blind Space“ stammt aus der Filmwissenschaft und wird für Figuren verwendet, die aus verschiedenen Gründen innerhalb der Handlung an den Rand gedrängt werden. In einem Kapitel ihrer Doktorarbeit möchte Alice über Multikulturalismus schreiben und dort untersuchen, wie Kulturen in verschiedenen Jugendbüchern ausgegrenzt werden. Zwei Bücher, die Alice in diesem Zusammenhang besonders ausführlich behandeln möchte, sind „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne und „Fallen“ von Anne Provoost, die den Holocaust sowie aktuellen Rechtsextremismus thematisieren. (uz)
 

 

25. Januar 2010
Jeans-Besuch aus Australien!
Was für eine außergewöhnliche Aktion!

Unter dem Motto „Pimp Your Jeans“ machten sich im Sommer 2009 eifrige Bastler der Internationalen Jugendbibliothek daran, Jeans-Hosen mit allerlei Perlen, Federn und Farbe zu verschönern. Anschließend schickten sie eine der Jeans auf die lange Reise nach Gosford im australischen Bundesstaat New South Wales. Und es hat sich gelohnt: im Gegenzug erhielt die Internationale Jugendbibliothek in der vergangenen Woche ein Paket aus Australien mit einer wunderschön verzierten Jeans-Hose!
Die Idee der reisenden Jeans basiert auf der beliebten Buchreihe „Eine für vier“ der amerikanischen Autorin Ann Brashares: vier Freundinnen sind unzertrennlich, müssen die langen Sommerferien aber an verschiedenen Orten verbringen. Zum Glück gibt es diese eine besondere Jeans-Hose! Die Freundinnen schicken sie über den ganzen Sommer über untereinander hin und her und fühlen sich so immer miteinander verbunden.
Seit 2 Jahren machen Bibliothek in New South Wales es den Büchern gleich: auf den einzelnen Stationen verzieren Fans der Buchreihe die Hosen. Nach einem kurzen Aufenthalt wird die Jeans dann an die nächste Bibliothek weiter geschickt. Die großartigen Ergebnisse sind auf der Homepage des Projektes http://jeangeanies.pbworks.com/ dokumentiert. Unter der Rubrik „International Exchange“ gibt es auch Fotomaterial von der „Pimp Your Jeans“-Aktion in der Internationalen Jugendbibliothek.
Ab sofort kann man also in der Kinderbibliothek nicht nur die vier Bände der „Eine für vier“-Reihe ausleihen, sondern auch noch eine waschechte australische Jeans – stilecht verziert mit exotischen Tieren und einem typisch australischen Schnabeltier – bewundern. (uz)
 

 

13. Januar
„Dank des Kranichs“ – ein japanischer Nachmittag

Vor drei Jahren nahm in der Internationalen Jugendbibliothek ein ganz besonderes Buchprojekt seinen Anfang: Momo Nishimura, damals Stipendiatin an der Bibliothek, lernte hier Gabriela Bracklo und Keiko Funatsu kennen. Die beiden Frauen fanden in Momo Nishimura die ideale Illustratorin für die Geschichte „Dank des Kranichs“, ein Märchen um ein geheimnisvolles Mädchen und einen Kranich. Um die Veröffentlichung des Bilderbuches zu feiern, kehrten die drei Frauen nun in die Internationale Jugendbibliothek zurück.
Begeisterte Kinder folgten im Christa-Spangenberg-Saal der Geschichte. Ihre vielen Fragen über die fremde Kultur konnten sie an Fachleute loswerden: nicht nur die Verfasserin und die Illustratorin berichteten gerne aus ihrem Heimatland, auch der Kulturattaché des japanischen Generalkonsulates in München, Herr Yasuteru Suzuki, bereicherte die Veranstaltung mit Eindrücken aus Japan.
Anhand der großformatigen Skizzen und Originalzeichnungen erfuhren die Kinder auch den Entstehungsprozess des Buches. Mit selbstgebastelten Origami-Kranichen verzierten sie den Saal.
Abends feierte das Team der Edition Bracklo bei einem Glas Sekt gemeinsam mit vielen Interessierten und mit Herrn und Frau Suzuki, Hans-Ulrich Heininger, dem Leiter des rotarischen Länderausschusses Japan sowie Herrn Lüder Peysen, dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern. (uz)
 

 

11. Januar 2010
Zu Gast: Sara van den Bossche aus Belgien

Die erste Stipendiatin des Jahres kommt aus Belgien: Sara van den Bossche wird in den nächsten sechs Wochen im Studiensaal der Internationalen Jugendbibliothek für ihre Doktorarbeit forschen. Nach einem Studium der Germanischen Sprachen mit Schwerpunkt Schwedisch promoviert Sara nun an der Universität in Gent im Fach Schwedische Literatur über Astrid Lindgren und die Kanonisierung ihrer Bücher. Sara möchte untersuchen, wie weit Astrid Lindgren in Schweden, Flandern und den Niederlanden in den allgemeinen Literaturkanon eingegangen ist.
In München möchte Sara Sekundärliteratur über Astrid Lindgren sowie zum Thema Kanonbildung sichten. (uz)
 

 

8. Januar 2010
The White Ravens im Praxistest
Ein Projekt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Leseförderung

Der Arbeitskreis Leseförderung, eine Gruppe von Münchner Grund- und Hauptschullehrern, arbeitet schon seit einiger Zeit eng mit der Internationalen Jugendbibliothek zusammen. Zu Beginn dieses Schuljahres wurde die Kooperation mit einem neuen Projekt zu „The White Ravens“, der jährlichen Publikation der Internationalen Jugendbibliothek fortgeführt. In diesem Empfehlungskatalog, der beim Fachpublikum weltweit großes Ansehen genießt, stellen die Lektorinnen und Lektoren der Bibliothek besonders beachtenswerte Neuerscheinungen des internationalen Kinder- und Jugendbuchmarktes vor.

Die Lehrerinnen und Lehrer des Arbeitskreises unterzogen die aktuellen Empfehlungen aus dem deutschsprachigen Raum nun einem Praxistest an Münchner Schulen. Sie ließen in ihren Klassen ausgewählte Titel aus der aktuellen White Ravens-Liste lesen. Anschließend verfassten die Schüler eigene Rezensionen und lieferten, als das eigentliche Zielpublikum, wertvolle Bewertungen der Bücher - aufrichtig und gerade heraus. Das Ergebnis: Mit ihren lebendigen, ehrlichen Einschätzungen der Texte und Illustrationen stellen die Bewertungen der Schüler eine erfrischende Ergänzung zu den professionellen Empfehlungen dar.
Ausgewählte Buchkritiken der Schüler sind auch in der Ausstellung „The White Ravens 2009“ im Foyer des Herrenhauses zu sehen. (vs)
Zu den Rezensionen...

 

 

10. Dezember 2009
Binette Schroeder zum 70. Geburtstag

Rund 250 Gäste fanden sich am Abend des 10. Dezembers im festlich dekorierten Jella-Lepman-Saal ein, um gemeinsam mit der Illustratorin, Autorin und Künstlerin Binette Schroeder ihren 70. Geburtstag zu feiern.

Nach Ansprachen von Dr. Christiane Raabe, Binette Schroeders Verleger Urs Gysling vom NordSüd Verlag und der irischen Schriftstellerin Siobhán Parkinson, ließen es sich weitere Wegbegleiter Binette Schroeder nicht nehmen, in kurzen Grußadressen ihre persönliche Verbundenheit mit der Künstlerin zum Ausdruck zu bringen: Klaus Ensikat fand ebenso warme, freundschaftliche Worte wie Aljoscha Blau und Isabel Pin sowie Rotraut Susanne Berner. Frau Berner trug sogar ein eigens für den Anlass verfasstes, illustriertes Gedicht vor.

Im Anschluss brachte eine Schauspielgruppe rund um die Prager Puppenspieler Martin und Renata Lhotak mit den Figuren Lupinchen, Humpty Dumpty, Herrn Klappaufundzu und Laura die bekanntesten Charaktere des Binette Schroeder-Universums auf die Bühne. Dort führten sie ein kurzes und vergnügliches, extra für diesen Anlass geschriebenes Theaterstück auf. Binette Schroeder zeigte sich von diesem kreativen Geschenk ganz besonders gerührt. Feierlich entzündeten die Figuren im Anschluss für ihre Erschafferin eine riesige Geburtstagstorte mit Wunderkerzen. (uz)

 

 

19. November 2009
Die Internationale Jugendbibliothek begrüßt die letzte Stipendiatin des Jahres 2009: Dr. Franci Greyling unterrichtet Creative Writing an der Nordwest-Universität in Potchefstroom, Südafrika. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist Kinderliteratur. Auf ihrer Webseite www.storiewerf.co.za macht sie besonders auf Kinderliteratur aufmerksam, die auf Afrikaans erscheint. Weiterhin interessiert sie sich besonders für interdisziplinäre Arbeit und kreative Kollaboration.

Franci hat beispielsweise ein Buch hergestellt, das aus Postkarten besteht und Teil einer Buchausstellung in Südafrika sein wird. In München möchte sie nun untersuchen, wie andere Künstler Postkarten in ihre Bücher einfließen haben lassen – sie könnten beispielsweise lose im Buch liegen oder aber im Text erwähnt werden.

Auch im Bereich des Paratexts möchte Franci Greyling weiter forschen. Sie hat das Bilderbuch “Formule Drie, Twee, Een!“ geschrieben. Der Illustrator Vian Oelofsen, so Franci, arbeitet dort mit einigen interessanten paratextuellen Elementen. In München möchte sie nun weitere Buchbeispiele für Paratextualität untersuchen. (uz)
 

 

13. Oktober 2009
White Ravens Festival
für Internationale Kinder- und Jugendliteratur
vom 20. bis 25. Juli 2010

Unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, veranstaltet die Internationale Jugendbibliothek im Sommer 2010 das White Ravens Festival für Internationale Kinder- und Jugendliteratur.
Fünf Tage lang werden bayerische und ausländische Autoren und Illustratoren aus aller Welt lesen, Workshops und Schreibwerkstätten leiten und in Podiumsgesprächen über sich und ihre Arbeit sprechen. Das Festival bietet Raum für renommierte, vielfach ausgezeichnete Autoren ebenso wie für literarische Neuentdeckungen und schafft mit bayerischen und internationalen Programmpunkten einen Brückenschlag zwischen den Kulturen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begegnungen zwischen Autoren, Illustratoren und ihren jungen und erwachsenen Lesern. Mehr...(cg)

 

5. Oktober 2009
Die Internationale Jugendbibliothek auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Auch in diesem Jahr ist die Internationale Jugendbibliothek wieder mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Besuchen Sie uns vom 14. bis 18. Oktober in Halle 3.0, Stand K374! (uz)

 

1. Oktober 2009
Wanderausstellung Eine Imaginäre Bibliothek jetzt in den USA zu sehen

Nach verschiedenen Stationen in Kroatien, Spanien, Portugal und Japan ist die Ausstellung Eine imaginäre Bibliothek. Kinder- und Jugendbücher, die es (noch) nicht gibt nun auch in den USA zu sehen. Im Rahmen der 8. Fachtagung für Kinder- und Jugendbuchexperten wird sie am 2. Oktober 2009 in St. Charles, Illinois feierlich eröffnet.

Die Ausstellung, die bereits 2006 ins Leben gerufen wurde, zeigt unveröffentlichte „BücherTräume“ von zeitgenössischen Illustratoren aus über 30 Ländern. Losgelöst von den Zwängen eines Verlagsvertrags waren Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihren Ideen und Visionen freien Lauf zu lassen und ihren ganz persönlichen Büchertraum zu entwerfen. Entstanden sind mehr als 70 Buchumschläge inkl. kurzer Beschreibungstexte - kleine Kunstwerke, die den ungezügelten Spaß am Spiel mit der Fantasie widerspiegeln und den Betrachter einladen, seiner eigenen Vorstellungskraft zu folgen.

Barbara Scharioth (Hg.):Der Fisch, das Klavier und der Wind. Eine imaginäre Bibliothek. 20,2 x 27,0 cm 176 Seiten (Mit einem Vorwort in deutscher und englischer Sprache). Gebundene Ausgabe. ISBN 978-3-551-51722-7. € (D) 29,90Wem die Reise in die USA zu weit ist, der kann der Imaginären Bibliothek trotzdem einen Besuch abstatten: Unter dem Titel Der Fisch, das Klavier und der Wind hat der Carlsen Verlag kürzlich ein wunderbar farbig gestaltetes Buch herausgebracht, in dem sämtliche Beiträge der Künstlerinnen und Künstler versammelt sind. Mit dem Erlös des Buches unterstützt der Carlsen Verlag die Arbeit der Internationalen Jugendbibliothek.

Die internationale Erfolgsgeschichte der Imaginären Bibliothek wird auch in Zukunft weitergehen. Für 2010 liegt bereits eine Anfrage aus Korea vor. Interessenten an der Ausstellung wenden sich bitte an Ursula Reinke, Tel. 089/891211-21. (cg)


 

25. September 2009
„Dunkel war’s. Eine Nachtwanderung durch die internationale Kinderliteratur“
Lesenacht zur Eröffnung der neuen Jahresausstellung

„Dunkel war’s“ lautete das Motto am vergangenen Freitag, als die Internationale Jugendbibliothek mit einer großen Lesenacht die neue Jahresausstellung eröffnete.

Um 17 Uhr begrüßte Antje von Stemm die jüngsten Nachtelfen zur ersten Veranstaltung. Die Bilderbuchkünstlerin und –autorin aus Hamburg führte ihre Pop-up-Bücher vor: „Ungeheuer gute Nacht!“ und „Hotel Gruselgraus“ jagten den Anwesenden wohlige Schauer über den Rücken. Im Anschluss wurden sie selbst aktiv: Gemeinsam mit Antje von Stemm bastelten und schmückten die Kinder phantasievolle, bunte Gruselmasken. Mit ihnen spukten sie anschließend durchs Schloss, schmökerten sich durch die Ausstellung, vergnügten sich beim Sarghüpfen und Knochenwerfen, bestückten den großen Traumfänger im Schlosshof mit ihren schönsten Träumen und nahmen im Nachtcafé eine kleine Stärkung ein – Monsterbowle und abgeschnittene Finger gelten seitdem als kulinarische Geheimtipps.

Um 19 Uhr folgte die nächste Lesung: „Hodder der Nachtschwärmer“ von Bjarne Reuter. Der junge Schauspieler und Sprecher Patrick Baehr, die deutsche Synchronstimme von Hodder in der Verfilmung, las aus dem bezaubernden, humorvollen Kinderbuch, und Kinder und Erwachsene lauschten gleichermaßen gebannt. Und wie wird denn eigentlich ein Film synchronisiert? Nach einem kurzen Filmausschnitt aus „Hodder rettet die Welt“ zeigte Patrick Baehr spannendes Fotomaterial aus dem Studio, erklärte die Arbeitsabläufe und erzählte, wie er Synchronisationsarbeiten mit der Schule koordiniert.

Im Anschluss luden Tom Lugo, Frontmann der Münchner Combo Jamaram, und der Songwriter Nicolas Nobili gemeinsam mit weiteren Musikern zu einer Gespenster-/Vampir-Jam Session.





Um 21 Uhr wurde es dann ernsthaft gruselig: „Das Graveyard-Buch“ von Neil Gaiman ist nichts für schwache Nerven. Der Schauspieler und Sprecher Jens Wawrczeck, der auch schon die deutsche Hörbuchfassung eingelesen hat, machte die Lesung zu einem schaurig-schönen und höchst unterhaltsamen Ereignis.

Im Nachtcafé klang der Abend mit Kerzenschein und Klaviermusik von Nicolas Nobili stimmungsvoll aus.

Die Ausstellung „Dunkel war’s. Eine Nachtwanderung durch die internationale Kinderliteratur“ ist bis zum 1. August 2010 in der Internationalen Jugendbibliothek zu sehen. (uz)

 

14. September 2009
Neues Kursangebot für Kinder!

Gedichte(t) Wie Gedruckt
Dichten macht Spaß. Toll, wenn man sein Werk dann auch gleich drucken kann! Ab dem 24. September können Kinder im Kurs „Gedichte(t) Wie gedruckt“ mit der Grafikerin Jule Pfeiffer-Spiekermann genau das tun: mit Gedichtformen und Drucktechniken experimentieren. (uz)
zu den Terminen...

 

10. September 2009
Neuer Stipendiat

Aus Afrika kommt der neue Stipendiat an der Internationalen Jugendbibliothek. Mickias Musiyiwa ist Dozent für Literatur und Kinderliteratur an der Universität von Simbabwe. In München recherchiert er in den kommenden drei Monaten für seine Doktorarbeit über den Einfluss von Mythologie auf die Kinderliteratur in Simbabwe.
Seit rund 100 Jahren, so erzählt er, gibt es in Simbabwe einen Buchmarkt, erst seit etwa 50 Jahren erscheinen dort Kinderbücher. Die orale Erzähltradition hat dagegen eine sehr lange Geschichte und ist über die Jahrhunderte sehr präsent geblieben: die ersten simbabwischen Bücher sind Mythenerzählungen, und auch heute noch sind sie ein beliebtes Thema auf dem Buchmarkt.
Mickias Musiyiwa wird sich in seiner Doktorarbeit auf die Mythologie der Shona, der größten ethnischen Gruppe Simbabwes, konzentrieren. Autoren, die er genauer untersuchen möchte, sind beispielsweise Ben J. Hanson, M.L. Brown oder Mary Bamhare. (uz)

 

Stipendiat aus Ungarn
Adam Zoltan David heißt der neue Stipendiat in der Internationalen Jugendbibliothek, der sich für drei Monate in München aufhält. Er studiert Germanistik und Kommunikationswissenschaften mit den Beifächern Journalismus und Film, sowie Kreatives Schreiben an der Universität in Budapest. „Humor im Kinderbuch“ lautet das Thema seiner Abschlussarbeit. Für das kommende Jahr plant Adam sein Staatsexamen. Gleichzeitig arbeitet er schon an seiner Doktorarbeit über die verschiedenen Sinnesorgane und ihre Darstellung in Märchen, Kinder- und Jugendbüchern und Filmen und wird dafür in den kommenden drei Monaten den umfangreichen Bestand der Internationalen Jugendbibliothek nutzen. Das Märchen von Rotkäppchen ist, so Adam, nur eines von vielen Beispielen, bei dem auf dem Spannungshöhepunkt die Sinnesorgane eine wichtige Rolle spielen („damit ich dich besser sehen / hören / riechen… kann“). Auch Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen in den Harry Potter-Büchern seien ein gutes Beispiel für humorvoll-sinnliche Details. In der Verfilmung, so Adam, wird ihre Rolle durch angeekelte/begeisterte Gesichtsausdrücke noch verstärkt. (uz)

 

24. August 2009
In der Kinderbibliothek ist momentan eine kleine Ausstellung aus Fernost zu bewundern: sie besteht aus internationalen Bilderbüchern, die im vergangenen Jahr mit dem koreanischen CJ-Bilderbuchpreis ausgezeichnet wurden. Der Preis ist vom koreanischen Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus gestiftet und wird jährlich verliehen. Öffnungszeiten der Kinderbibliothek: Mo-Fr 14-17 Uhr (uz)

 

20. August 2009
Die Bibliothek begrüßt vier neue internationale Gäste im Studiensaal


Anna Fornalczyk aus Polen hat den zweiten Teil ihres Stipendiums in der Internationalen Jugendbibliothek begonnen. Anna war schon im vergangenen Jahr sechs Wochen in München. Vor fünf Jahren schloss Anna an der Universität in Warschau ihr Studium der angewandten Sprachwissenschaft ab und nutzt den Aufenthalt in München, um an ihrer Doktorarbeit zu dem Thema „Übersetzungen von Anthroponymen aus der englischen Kinderliteratur ins Polnische“ zu arbeiten. Willkommen zurück! (uz)

Hamid Reza Shahabadi
aus Teheran ist Kinderbuchautor. Sein Buch Lālāī barāy-i duhtar-i murda“ (Schlaflied für ein totes Mädchen) ist im aktuellen White Ravens-Katalog für besonders empfohlene Kinder- und Jugendbücher enthalten. Außerdem ist Hamid der Leiter der Publikationsabteilung am Institut für die geistige Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen in Teheran. In München beschäftigt sich Hamid mit dem Verhältnis von Kinderliteratur und sozialen Veränderungen. Er möchte sich hier auf Heinrich Hoffmanns „Der Struwwelpeter“ konzentrieren. Gerade dieses Buch, so Hamid, hatte im 19. und 20. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die Pädagogik. Vor neun Jahren war Hamid schon einmal an der Internationalen Jugendbibliothek. Damals forschte er über den Kindheitsbegriff. Seine Ergebnisse veröffentlichte er später im Institut für die geistige Entwicklung von Kindern. Auch die diesjährigen Forschungsergebnisse möchte Hamid wieder am Institut veröffentlichen.

Taro Tagaya aus Tokio ist Lektor beim japanischen Kinderbuchverlag Fukuinkan Shoten. Sein Stipendium in der Internationalen Jugendbibliothek nutzt er dazu, Literatur zu suchen, die Erwachsene dabei unterstützt, Kindern über Krieg zu erzählen und ihnen Toleranz und Weltoffenheit zu vermitteln. Ähnlich wie Deutschland gehört Japan zu den Ländern, die nach dem 2. Weltkrieg erst zu einer friedlichen Gesellschaft zurückfinden mussten. Taro berichtet, dass seiner Meinung nach Japan auch heute noch historisch bedingte Differenzen mit angrenzenden Ländern hat. Er möchte deshalb in München Bücher mit Hinweisen finden, wie man asiatische Kinder heute über Geschichte informieren kann. So hofft er, seinem Verleger in Japan viele internationale Bücher für die Kinder in Japan vorschlagen zu können. Auch Kooperationen in anderen Ländern Asiens hält Taro für möglich.

Izumi Morisada aus Japan besucht die Internationale Jugendbibliothek im Auftrag seines Verlages Kondansha in Tokio. Der Verlag bringt sowohl Kinder- als auch Erwachsenenliteratur sowie Sachbücher heraus. Dort ist nun ein umfassendes Lexikon für Kinder geplant. Laut Izumi gibt es bisher in Japan keinerlei qualitativ hochwertige Nachschlagewerke für Kinder. Er möchte seinen Aufenthalt in Deutschland nutzen, um Informationen zu sammeln, wie das Lexikon inhaltlich und optisch gestaltet werden könnte. Hierfür sucht Izumi auch den Kontakt mit Verlegern und Illustratoren, die ihm hier behilflich sein könnten.
(uz)

 

13. August 2009
Die neue Stipendiatin in der Internationalen Jugendbibliothek kommt aus Down Under: Dr. Victoria Flanagan ist Dozentin für Kinder- und Jugendliteratur an der Macquarie-Universität in Sydney, Australien. Nachdem sie zunächst Jura studierte, wechselte Victoria später zur Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, ebenfalls an der Macquarie-Universität. In München forscht Victoria zu der Frage, auf welche Weise sich Jugendliteratur und Filme für Kinder und Jugendliche mit den Ideen des Posthumanismus beschäftigen. Der Posthumanismus setzt sich unter anderem damit auseinander, welchen Einfluss technische Geräte auf die menschliche Gesellschaft haben. Viele menschliche Körper sind heutzutage mit technischen Hilfsmitteln versehen – Brillen und Zahnspangen sind zwei Beispiele. In Filmen wie „A.I. – Künstliche Intelligenz“ von Steven Spielberg sowie „Wall-E“ von Andrew Stanton sind roboterähnliche Gestalten mit deutlichen menschlichen Zügen versehen. Ähnliche Mischwesen wird Victoria in Büchern wie „Ender’s Game“ von Orson Scott Card oder „Feed“ von M.T. Anderson untersuchen.
(uz)

 

5. August 2009
Eric Carle Geburtstagsfest
Die kleine Raupe Nimmersatt wird 40, ihr Erfinder Eric Carle wird sogar 80 Jahre! Die Internationale Jugendbibliothek und über 600 Raupenfans feierten diese runden Geburtstage mit einem ausgelassenen Sommerfest. Bei wunderschönem Wetter flitzten die Kinder mit selbst gebastelten Schmetterlingen durch den Schlosshof, erprobten ihre Geschicklichkeit im Raupenparcour oder ließen sich in der Schminkecke in eine von Eric Carles Bilderbuchfiguren verwandeln. Vor dem Herrenhaus wurde das Raupe Nimmersatt-Musical auf der Drehorgel gespielt und in der Bibliothek wurde eifrig vorgelesen. Internationale Gäste hörten sich die Geschichte des wohl berühmtesten Vielfraßes der Welt auf Englisch Japanisch, Italienisch und Norwegisch an. Eric Carles Schwester, Christa Bareis, las aus den Büchern ihres Bruders. Sie war extra für den Nachmittag aus Stuttgart angereist, und von dem Geburtstagsfest, das mit einer fröhlichen Raupenpolonaise zu Ende ging, genauso begeistert wie die anderen Gäste.  (vs)

 

Katalog der Genfer Kinder- und Jugendbuch-Sammlung ist online

Im August 2009 wurde in der Internationalen Jugendbibliothek in München die Retrokonversion des sog. Genfer Katalogs abgeschlossen. Die „Genfer Sammlung“ kann also im Web-OPAC der Internationalen Jugendbibliothek sowie im Bibliotheksverbund Bayern gefunden werden. Damit ist eine wertvolle und große internationale historische Kinder- und Jugendbuch-Sammlung nun online recherchierbar.

Die sog. Genfer Sammlung wurde von 1928-1969 vom Bureau d'Éducation in Genf aufgebaut. Das Bureau d'Éducation beauftragte Kommissionen, zunächst in den Mitgliedsländern des Völkerbundes, dann auch in weiteren Ländern, die besten Kinder- und Jugendbücher des jeweiligen Landes zuzusenden. 1969 wurde die Sammlung der Internationalen Jugendbibliothek, die damals schon "associated project of UNESCO" war, übergeben. Die Sammlung enthält nicht nur die internationalen Neuerscheinungen der Jahre 1928-1969, sondern auch ältere Titel ab Erscheinungsjahr 1897 und umfasst annähernd 30.000 Bücher aus 58 Ländern. Etliche Titel der Sammlung sind weltweit Unikate, da in einigen Ländern des Völkerbundes Kinder- und Jugendbücher nicht systematisch gesammelt wurden.

In einem Offline-Retrokonversionsprojekt in Kooperation mit dem Bibliotheksverbund Bayern wurden die Karten des Genfer Katalogs eingescannt, mit Texterkennungsverfahren automatisch in MAB2-Katagorien umgewandelt, intellektuell nachbearbeitet und in die BVB-Verbunddatenbank sowie die SISIS-Lokaldatenbank der Internationalen Jugendbibliothek eingespielt. Aus den lokalen Titeldaten wurden mit Hilfe eines Programms die Exemplardaten generiert.

Mit der Genfer Sammlung ist eine einzigartige Quelle für die internationale Kinder- und Jugendliteraturforschung erschlossen. (jr)

 

Neue Stipendiatin
Tahereh Adinehpour aus dem Iran arbeitet in den nächsten sechs Wochen als Stipendiatin in der Internationalen Jugendbibliothek. Tahereh hat Englische Literatur und Persisch als Fremdsprache studiert. Sie forscht im Bereich Kinderliteratur, übersetzt diese und arbeitet als freischaffende Dozentin an mehreren Universitäten in Shiraz, Iran. Außerdem ist sie Mitglied bei SUCCLS (Shiraz University Centre for Children’s Literature Studies). In München recherchiert Tahereh  für einen Artikel, den sie in der Zeitschrift des Zentrums veröffentlichen möchte. Für dieses Projekt wird Tahereh Bilderbücher vergleichen, die in den letzten 20 Jahren die Caldecott Medal, den Boston Globe-Horn Buchpreis oder den Kurt Maschler Buchpreis gewonnen haben. Man kann wohl davon ausgehen, dass unterschiedliche kulturelle und religiöse Rahmenbedingungen auch unterschiedliche Themen in Kinderbüchern schaffen. Dennoch hofft Tahereh, auch gemeinsame Themen zu finden, die die jeweiligen Bücher für Menschen in vielen Ländern interessant machen. (uz)

 

25. Juni 2009
60 Jahre Internationale Jugendbibliothek


Als sich 1949 die Tore der Internationalen Jugendbibliothek in einer Villa in der Münchner Max-Vorstadt für Kinder, Jugendliche, Bibliothekare, Autoren, Verleger und Buchliebhaber aus aller Welt öffnete, begann ein bildungspolitisches Experiment, das bis in die heutige Zeit für die kreative Vermittlung von internationaler Kinder- und Jugendliteratur und für die Förderung des interkulturellen Dialog mit Kinderbüchern wichtige Impulse setzt. Die von der deutsch-jüdischen Emigrantin als Versöhnungswerk gegründete Internationale Jugendbibliothek war damals mit 8.000 Büchern ausgestattet. Mittlerweile ist sie mit 580.000 Büchern in 130 Sprachen die bedeutendste Bibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur der Welt und hat ihren Sitz in Schloss Blutenburg am westlichen Stadtrand Münchens. Am 25. Juni wurde der 60. Geburtstag dieser einzigartigen Institution mit einem Festakt als Auftakt zu einem mehrtägigen Jubiläumsprogramm gefeiert.

Zu dem Festakt waren 250 geladenen Gästen aus dem In- und Ausland gekommen, darunter Vertreter aus Politik und Kultur, Autoren, Illustratoren, Verleger, Bibliothekare und Kinderbuchexperten aus China, Japan, Indien, Korea, den USA, Kolumbien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.
v.l.n.r.: Rolf Griebel, Binette Schroeder, Peter Nickl,
Nikolaus Gradl, Christiane Raabe, Gerd Hoofe,
Sabine Solf, Marcel Huber


Frau Dr. Sabine Solf, die Vorsitzende des Stiftungsrats der Internationalen Jugendbibliothek, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in dem sie an die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche und Aufbruchsstimmungen der Nachkriegszeit erinnerte, in die sich die Gründung Jella Lepmans einfügt.

Es folgte eine Ansprache von Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in der er sich für eine Stärkung der kulturellen und interkulturellen Bildung aussprach und hervorhob, dass die Internationale Jugendbibliothek auf diesem Feld eine ebenso wichtige wie wegsweisende Rolle spielt. Ausdrücklich lobte er das Schulklassenprogramm und erkannte es besonders hoch an, dass die Internationale Jugendbibliothek sich stark für die interkulturelle Bildung engagiert, die in der globalen und vielseitig verflochtenen Welt immer bedeutsamer wird und zu einer Schlüsselkompetenz für soziale Prozesse geworden ist. Die
Internationale Jugendbibliothek, resümierte er, sei ein Ort, an dem die Internationalität zuhause ist und Kinder und Jugendliche mit anderen Lebensperspektiven bekannt gemacht werden.

Ebenso anerkennend sprach sich Dr. Marcel Huber, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, über die Vermittlungsarbeit der Internationalen Jugendbibliothek aus. Er lobte die Modellprojekte der Internationalen Jugendbibliothek zur Leseförderung, etwa die Kooperation mit Hauptschülern in dem Projekt „Gegengelesen“ oder die Schreibwerkstätten „Was geht mich das an?“, die in Zusammenarbeit mit der KZ Gedenkstätte Dachau für Jugendliche und junge Erwachsene durchgeführt werden.

Stadtrat Nikolaus Gradl, der in Vertretung des Münchner Oberbürgermeisters Grußworte ausrichtete, bezog sich noch einmal auf die Anfänge der Bibliothek und stellte die große Leistung Jella Lepmans für Frieden und Toleranz und damit für den Aufbau einer demokratischen deutschen Gesellschaft heraus.

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe hielt eine Festrede mit dem programmatischen Titel „Im geheimen Garten. Von der Notwendigkeit, Kinderbücher zu lesen“, die den Gästen eine geistreiche Unterhaltung im besten Sinne bot. Sie entführte ihre Zuhörer auf eine subjektive Reise durch die geheimnisvolle Welt ihrer Leseerlebnisse, in der es keine Trennung zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur gibt. Denn die Grenze verläuft nur zwischen guten und schlechten Büchern.


v. l. n. r.: Jörg Baesecke, Gerd Hoofe, Nikolaus Gradl, Sabine Solf, Marcel Huber, Felicitas Hoppe, Lionel Veer, Christiane Raabe, Ursula Schleibner, Kinder der Grandlschule

Zum Abschluss dankte die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, allen Förderern und Freunden für ihre jahrelange Unterstützung und bat, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf eine wohlwollende Förderung hoffen zu dürfen. Denn es sei gerade in einer Zeit, in der die Menschen vor allem die negativen Effekte der Globalisierung erfahren, besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche im Gespräch mit ausländischen Autoren und Illustratoren Internationalität als Bereicherung und nicht als Bedrohung erleben.

Für lyrische Zwischenspiele sorgten Kinder der Grundschule an der Grandlstraße, die gemeinsam mit dem Schauspieler Jörg Baesecke klassische Balladen vortrugen. In liebevoll gebastelten Papiertheatern hatten sie die Szenen bildlicht umgesetzt und präsentierten sie während des Gedichtvortrags dem davon hingerissenen Publikum.



Mit dem feierlich-heiteren Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen und den wohlwollenden Reden der politischen Vertreter ist die Internationale Jugendbibliothek reich beschenkt worden. Es bleibt zu hoffen, dass das positive Signal, das von dieser Feststunde ausging, lange in die Zukunft wirkt.

 

 

Internationales Autoren- und Illustratorenforum „Taghell war’s, die Nacht lag dunkel auf dem blau vereisten Meer. Kinderlyrik und Illustration“ und Eröffnung der Ausstellung „Gedichte, Poems, Básně, Shī“

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Internationalen Jugendbibliothek fand am Nachmittag des 25. Juni und am 26. Juni ein internationales Autoren- und Illustratorenforum zum Thema Kinderlyrik und Illustration statt. Kinderlyrik und Illustration sind wie ein Paar. Im optimalen Fall bilden sie einen Sinnzusammenhang. Warum Sprachbilder in der Kinderliteratur in wirkliche Bilder übertragen werden, was die Illustration im Verhältnis zum Text leistet, auf diese Fragen wurden während der anderthalb Tage keine akademischen Antworten gesucht, sondern sie wurden in Werkstattgesprächen mit Dichtern und Illustratoren aufgegriffen. Dafür wurden Autoren und Illustratoren aus dem In- und Ausland an einen Tisch zu laden geladen.

Die westfälische Autorin und Illustratorin Jutta Richter eröffnete das Forum mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für das Lesen von Gedichten. In ihrem fesselnden Vortrag erzählte sie, welchen Einfluss Balladen und Gedichte auf sie als Kind hatten, und wie diese frühe Begegnung eine Liebe für das Leben begründete, die selbst durch die Misshandlung literarischer Stoffe in der Schule nicht getrübt wurde.

Es folgte der britische Kinderlyriker Andrew Fusek Peters, dessen komische und ernste Gedichte für Jugendliche stark autobiographisch geprägt sind. In einer unterhaltsamen, rasanten Selbstpräsentation rezitierte eigene Gedichte, erzählte aus seiner Lebensgeschichte und über seine Familie, und endete mit einer artistisch-literarischen Höchstleistung, indem er gleichzeitig mit Wörtern und Bällen jonglierte.

Am Abend wurde die Ausstellung „Gedichte, Poems, Básně, Shī. Kinderlyrik und Illustration“ mit einer Lyriklesung eröffnet. Der Schauspieler Friedhelm Ptok las Kindergedichte von der Aufklärung bis zur Gegenwart, wobei zu jedem Gedicht, dem Thema des Forums und der Ausstellung entsprechend, eine Illustration gezeigt wurde.

Der zweite Tag begann mit einem von Dr. Roswitha Budeus-Budde moderierten Gespräch mit dem Verleger Ulrich Störiko-Blume und dem Übersetzer, Autor und Herausgeber Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn, in dem die Frage nach dem Marktwert von Kinderlyrik diskutiert wurde. Einhellig stellten die Drei fest, dass Gedichtbände es schwer in der heutigen Kinderbuchlandschaft haben und es Mut und Engagement zum Verlegen von Kinderlyrik brauche. Dennoch bestehe die Notwendigkeit, diese Nische zu bedienen.

Großartig war der Auftritt des niederländischen Autors und Künstlers Ted van Lieshout, der in dem klug von dem Hamburger Übersetzer Rolf Erdorf in eine Dramaturgie gebrachten Gespräch durch sein unkonventionelles, abwechslungsreiches und breites lyrisches Werk führte. Der vielfach ausgezeichnete Künstler sprühte vor Kreativität und trockenem Humor. Er kennt keine Tabus und schafft mit seinen kühnen, respektlosen kunstgeschichtlichen Anleihen und einer anarchischen Vielfalt der Stile postmoderne bildnerische Kosmen, wie sie auf dem deutschen Kinderbuchmarkt nicht zu finden sind.

Anschließend stellte sich das österreichische Künstlerpaar Gerda Anger-Schmidt und Renate Habinger dem Gespräch mit dem Wiener Journalisten Franz Lettner. In enger Zusammenarbeit haben sie die unkonventionell, verspielten Gedichtbände „Neun nackte Nilpferddamen“ und „Muss man Miezen siezen“ geschaffen. Sie erzählten, wie sie sich in ihrer Arbeit ergänzen, sich die Bälle zuspielen, und welche Grenzen sie gegenseitig respektieren müssen.

Der französische Dichter, Maler und Rockmusiker Lionel Le Néouanic sprach in einer sehr bescheiden und sympathisch Art und Weise über seine Arbeit und über die kraftvollen Collagen, die er für den Gedichtband „Gentil-Méchant“ geschaffen hat.

Am Ende kamen zwei deutsch Illustratoren auf die Bühne: Verena Ballhaus und Klaus Ensikat. Sie unterhielten sich im Gespräch mit der Hamburger Kritikerin Renate Raecke über die Freuden und Schwierigkeiten, klassische Gedichte und Balladen in Bilder zu fassen. Damit endete das Forum. Als Fazit kann man feststellen: Kinderlyrik ist ein bedeutendes Genre, das hoffentlich auch in Zukunft in den Verlagsprogrammen und der öffentlichen Wahrnehmung den Stellenwert erhält, den es verdient.


Andrew Fusek Peters




Friedhelm Ptok




Ulrich Störiko-Blume, Ros-witha Budeus-Budde, Uwe Gutzschhahn




Ted van Lieshout, Rolf Erdorf




Renate Habinger




Lionel Le Néouanic



Klaus Ensikat, Renate Raecke, Verena Ballhaus

 

 

Familienlyrikfest anlässlich der 60-Jahr-Feier

Nachdem die Veranstaltungen zum 60jährige Jubiläum der Internationalen Jugendbibliothek am 25. und 26. Juni vor allem ein erwachsenes Publikum angesprochen hatten, sollten die Kinder und Familien am Sonntag, dem 28. Juni, das letzte Wort haben. Sie waren eingeladen zu einem Lyrikfest. Trotz Regenschauer und großer Schwüle kamen mehrere hundert Gäste der Einladung nach.

In Workshops konnten sich die Kinder auf abwechslungsreiche Weise mit Reimen und Gedichten beschäftigen. Wie trage ich etwa ein Gedicht so vor, dass seine Bedeutung wirklich zum Tragen kommt? Der Workshop „Lyrik in Bewegung“ vermittelte Möglichkeiten, Worten durch Mimik und Gestik mehr Kraft und Nachdruck zu verleihen. Viele verschiedene Gestalten aus Gedichten erwachten so durch vollen Körpereinsatz zum Leben.

Wem das Spiel mit der Stimme und dem Körper nicht so lag, der konnte sich malend und zeichnend mit Lyrik beschäftigen. Die Frage dabei war, wie man ein Gedicht in eine äußerlich ansprechende Form bringt. Der Workshop „Wortsport“ war die richtige Anlaufstelle für alle Kinder, die ihre Reimideen bildlich gestalten wollten. Im Kalligraphie-Workshop gab es zudem jede Menge Anregungen für typographisch ungewöhnliche Lösungen.

Und was, wenn ich noch gar nicht selbst lesen und schreiben kann? Auch die Jüngsten kamen nicht zu kurz: Beim Reim-Memory galt es, Spielkarten mit sich reimenden Begriffspaaren zu finden – bildlich dargestellt auch für kleine Kinder kein Problem! Und wer all seine Kreativität ausgeschöpft hatte, der konnte sich in der Ausstellung „Gedichte, Poems, Básně, Shī – Kinderlyrik und Illustration“ neue Anregungen holen.

Zum Abschluss wurde das Geburtstagskind noch einmal besonders geehrt: Selbst gestaltete Glückwunschkarten der Kinder, die die Nachricht des 60. Jubiläums in die Welt tragen sollen, wurden an 200 Luftballons und unter gemeinsam und mehrsprachig gesungenem „Happy Birthday“ in den Münchner Abendhimmel geschickt.

 

 

Neue Stipendiatin
Carolina Venegas Klein heißt die neue Stipendiatin, die seit Anfang Juni für die nächsten drei Monate im Studiensaal der Internationalen Jugendbibliothek arbeitet. Carolina kommt aus Kolumbien und hat in Bogotá Kunst und Literatur studiert. Jetzt arbeitet sie als Lektorin beim großen kolumbianischen Verlag Editorial Norma. Zusätzlich gibt Carolina an der Universität in Bogotá Seminare im Fachbereich Kunst. Hier ist ihr Ziel beispielsweise, Kunststudenten den Buchmarkt als möglichen Arbeitsbereich näher zu bringen. In München forscht Carolina für ein weiteres geplantes Universitätsseminar: in Zukunft möchte sie angehenden Illustratoren zeigen, wie sie ihre Bilderbuchprojekte mit treffenden Texten versehen können. Aus dem reichen Fundus der Internationalen Jugendbibliothek nutzt Carolina Sekundärliteratur zur Geschichte der Kinderliteratur und des Bilderbuches. Außerdem möchte sie hier internationale Bilderbücher daraufhin untersuchen, wie Künstler aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Stilrichtungen Illustration und Text miteinander verbinden. (uz)

 

28. Mai 2009
Preisträger des Astrid Lindgren Memorial Awards 2009 zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek


Der Astrid Lindgren Memorial Award (ALMA) ist der weltweit höchstdotierte internationale Kinder- und Jugendliteraturpreis. Im Jahr 2002 von der schwedischen Regierung gestiftet, ehrt er jedes Jahr bedeutende internationale Autoren, Illustratoren oder Organisationen, die in der Leseförderung aktiv sind. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an das „Tamer Institute for Community Education“ in Palästina. Die unabhängige Organisation bemüht sich seit 1989 um Bildung und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen im Gazastreifen und Westjordanland. Regelmäßig besuchen die Mitarbeiter Dörfer, Städte und Flüchtlingslager, lesen mit Kindern und Jugendlichen Bücher und organisieren Theaterproduktionen, Film- und Radioprojekte, Diskussionsrunden und Gesprächskreise. Zusätzlich produziert das Tamer-Institut Kinderbücher, die an Schulen und Bibliotheken verteilt werden, und organisiert von der öffentlichen Bibliothek Ramallah aus ein Netzwerk von Kinderbibliotheken.

Die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, hieß in ihrer Begrüßungsrede die anwesenden Gäste herzlich willkommen: die Generaldirektorin des Tamer-Instituts, Renad Quabbaj, war ebenso gekommen wie Erik Titusson, ALMA-Direktor, sowie Vertreter der Stadt München und der Schwedischen Botschaft. Ruth Jacoby, die Schwedische Botschafterin in Deutschland, zeigte sich in ihrer Rede beeindruckt vom Engagement des Tamer-Instituts, deren Mitarbeiter unter schwierigsten Bedingungen großartige Arbeit leisteten. Dr. Thomas Steinfeld, Leiter des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, ehrte in seiner Festrede „Die Geheimnisse des Spunk“ das Werk Astrid Lindgrens. Anregend und sprachlich äußerst dicht ging er besonders auf die Tiefe und die Melancholie ein, die neben dem Humor die Literatur Astrid Lindgrens charakterisierten. Und genau hier, so Steinfeld, liege ihre Einzigartigkeit – in jeder ihrer Geschichten habe sie genau den richtigen Punkt zwischen Spaß und Ernst gefunden, der Kinder ernst nimmt und große Literatur ausmacht.

Im Anschluss gehörte das Wort Renad Quabbaj, die die Arbeit des Tamer-Instituts vorstellte und den Zuhörern einen Eindruck von der Wichtigkeit vermittelte, den Kindern und Jugendlichen in Kriegsgebieten mit Bildung und Literatur ein Stück Kultur und Normalität zu ermöglichen. Als Beispiel ihrer Arbeit stellte sie eines der Bilderbücher vor, die am Tamer-Institut entstanden sind: „al-hirāf lā Ta’kal al-qitat“ (Schafe fressen keine Katzen) von Khaled Juma erzählt anhand der Metapher einer Schaffamilie, die in eine Katzen-Nachbarschaft zieht und zunächst misstrauisch beäugt wird, von der Möglichkeit, gut miteinander auszukommen. Vorgetragen wurde die extra für diesen Abend in Auftrag gegebene Übersetzung von Dr. Andreas Bode.  (uz)

 

Stipendiatin aus Polen
In den kommenden sechs Wochen wird sich Magda Nowacka aus Polen im Rahmen eines Forschungsstipendiums im Studiensaal aufhalten. Magda hat an der Universität von Lodz Englische Literatur studiert und ihre Abschlussarbeit über den zeitgenössischen britischen Roman verfasst. Jetzt ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie für Geisteswissenschaft und Wirtschaft in Lodz.
In München arbeitet Magda für ihre Doktorarbeit, die sie an der Universität von Lodz verfasst. Sie beschäftigt sich mit sozialen und kulturellen Veränderungen innerhalb der britischen Familie und wie diese in ausgewählten britischen Romanen für Kinder und Jugendliche aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dargestellt werden. Einige Titel, auf die Magda hier eingehen möchte, sind „Madam Doubtfire“ und „Crummy Mummy and Me“ von Anne Fine, „The Illustrated Mum“, „Bed and Breakfast Star“ und „Suitcase Kid“ von Jacqueline Wilson“ und „Looking for JJ“ von Anne Cassidy. (uz)

 

Vorschau: Träger des diesjährigen Astrid Lindgren Memorial Awards am 28. Mai zu Gast in der Internationalen Jugendbibliothek
Der Astrid Lindgren Memorial Award wird seit 2003 von der Schwedischen Regierung verliehen. Jedes Jahr werden sowohl Autoren und Illustratoren, als auch Projekte, die in der Leseförderung aktiv sind, nominiert. Mit fünf Millionen schwedischer Kronen ist er der höchst dotierte internationale Kinder- und Jugendliteraturpreis.

Der diesjährige Preisträger ist das „Tamer Institute for Community Communication“ in Ramallah. Die unabhängige Organisation arbeitet seit 1989 für Bildung und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen im Gazastreifen und im Westjordanland. Mitarbeiter des Tamer-Instituts besuchen Städte, Dörfer und Flüchtlingslager. In vielen Projekten werden so regelmäßig gemeinsam Bücher gelesen, eigene Geschichten erdacht und in Buchform gebracht, Theaterstücke aufgeführt, Film- und Radioprojekte entwickelt und Diskussionen und Gespräche geführt. Von der Öffentlichen Bibliothek Ramallah aus organisiert das Tamer-Institut außerdem ein Netzwerk von Kinderbibliotheken und bildet Bibliotheksmitarbeiter aus. Am 2. Juni wird der Preis in einer feierlichen Zeremonie in Stockholm von Kronprinzessin Victoria von Schweden an das Tamer-Institut verliehen.
Davor, am Donnerstag, den 28. Mai, sind die Preisträger um 18 Uhr in der Internationalen Jugendbibliothek zu Gast und stellen ihre Arbeit vor. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Schwedischen Botschaft Berlin statt.
Zum Programm (uz)

 

Weltweit größte internationale Kinderbuchmesse
Auch in diesem Jahr war die Internationale Jugendbibliothek wieder mit einem Stand auf der Kinderbuchmesse in Bologna vom 23. bis 26. März 2009 vertreten. Vor allem zur mittlerweile traditionellen „Early Birds’ Hour“, in der die aktuelle „White Ravens"-Buchauswahl offiziell vorgestellt wird, fanden sich wieder besonders viele interessierte Besucher und Fachleute am Stand ein.
(vs)

 
Lesung
„Von welchem holländischen Verein wechselte Rafael van der Vaart in die Bundesliga?“ – das war nur eine der vielen spannenden Quizfragen, mit denen Edward van de Vendel seine Lesung am 12. März in der Internationalen Jugendbibliothek begann. Rund 80 Viertklässler freuten sich, auf diese unterhaltsame Weise ihr Wissen über die Niederlande zu testen. Der bekannte Kinderbuchautor besuchte die Bibliothek im Rahmen der Münchner Bücherschau Junior. Sein Publikum unterhielt er so mit Spannendem, Lustigem und Wissenswertem aus seiner Heimat – und las aus einem seiner großartigen Bücher. „Twice oder Cooler als Eis“ heißt seine Geschichte von den Zwillingen Cal und Gus, die neben ihrer Karriere als Schüler auch noch begeisterte Rapper sind. So lassen sich nicht nur lästige Auseinandersetzungen mit Lehrern, sondern auch die Wirren der ersten großen Liebe für die Beiden gleich viel besser ertragen. Das konnten offensichtlich auch die Schüler im Publikum nachvollziehen und lauschten dem lebendigen Vortrag der humorvollen Geschichte begeistert. (uz)
 
11. März - Lesung
„De slome slak slaapt in de slappe sla“ – dieses kleine niederländische Schnecken-Gedicht kannte am Mittwoch schließlich jedes Kind im Jella-Lepman-Saal der Internationalen Jugendbibliothek. Die bekannte Kinderbuchautorin Joke van Leeuwen besuchte im Rahmen der Münchner Bücherschau Junior die Bibliothek. Mehr als 100 begeisterte Zweitklässler nahmen an der Veranstaltung teil. Doch Joke van Leeuwen vermittelte nicht nur einen humorvollen ersten Einblick ins Niederländische. Vor allem war sie gekommen, um aus ihren wunderbaren Kinderbüchern vorzulesen. Und so lauschten die Kinder gebannt der Erzählung „Viegelchen will fliegen“ um die rätselhafte Gestalt, die sowohl Mädchen als auch Vogel ist und den Auszügen aus „Weißnich“, dem kleinen Wesen, das aus seiner eigenen Geschichte gefallen ist und sich nicht mehr auskennt. (uz)
 
 

Verleihung des Erich Kästner-Preises in der Internationalen Jugendbibliothek
Am Samstag, den 7. März 2009 öffnete die Internationale Jugendbibliothek ihre Tore für ein festliches Ereignis: die Erich Kästner Gesellschaft, die ihren Sitz auf Schloss Blutenburg hat, verlieh im Rahmen ihrer Jahrestagung den Erich Kästner-Preis für Literatur an den Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel.

Mehr als zweihundert geladene Gäste waren zur feierlichen Preisverleihung am Abend erschienen, darunter auch zwei Vertreter des Münchner Stadtrats sowie zahlreiche bekannte Vertreter der Kinderliteratur.

In ihrer einfühlsamen Laudatio nannte Hilde Elisabeth Menzel Andreas Steinhöfel einen würdigen Nachfolger seines großen Vorbildes Erich Kästner. Die Jury lobte besonders Steinhöfels Art, sich schriftstellerisch behutsam und mit großem Respekt seinen Lesern zu nähern. Steinhöfel sei wie kein zweiter Jugendbuchautor in der Lage, gerade sozial problematische Lebensumstände ohne Arroganz und unnötige Belehrung, dafür humorvoll und sprachlich angemessen zu schildern.

Eine weitere Auszeichnung ging an den Schauspieler Walter Sittler und das SAGAS-Ensemble Stuttgart für ihre Produktion „Als ich ein kleiner Junge war“. Die Jury lobte den eindrucksvollen szenisch-musikalischen Brückenschlag zwischen Kästners Kindheit und Jugend in die Aktualität unserer Tage.
(uz)
 

 

Weltpremiere!
Andreas Steinhöfel, der anlässlich der Verleihung des Erich Kästner-Preises für Literatur am 7. März die Internationale Jugendbibliothek besuchte, ließ auch seine jungen Fans an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Am Nachmittag wartete der preisgekrönte Autor mit der Weltpremiere seines neuesten Buches „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ auf, das erst im April in den Buchhandlungen zu kaufen sein wird. Rund einhundert begeisterte Zuhörer konnten sich bei dieser vergnüglichen Lesung davon überzeugen, dass der neue Band rund um das außergewöhnliche Duo Rico und Oskar mit ebensoviel Spannung und Sprachwitz auftrumpft wie der erste Band „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. (uz)

 

Lyrikworkshop
„Schreibe ein Gedicht über etwas, das dir wichtig ist“ – lautete am Freitag, den 6. März die spannende Aufgabe der deutsch-türkischen Dichterin Zehra Cirak für eine Klasse der Ludwig-Auerbacher-Volksschule in Türkheim. Im Jahr 2001 wurde Frau Cirak der Adelbert-von-Chamisso-Preis für Literatur verliehen. Die Robert-Bosch-Stiftung, die diesen Preis jährlich vergibt, ermöglichte nun einen Lyrik-Workshop für Schüler, der von Zehra Cirak in der Internationalen Jugendbibliothek gehalten wurde.
Die Neuntklässler erhielten zunächst eine Einführung in das Werk von Zehra Cirak.  Anhand ihrer eigenen Gedichte zeigte sie den Schülern die Vielfältigkeit der lyrischen Sprache, und dass sich nicht jedes Gedicht reimen muss.
Nach dieser inspirierenden Einleitung wurden die Schüler selbst aktiv: zunächst schrieb jeder ein Wort auf, das ihn gerade besonders beschäftigte. Aufgrund dieser Worte wurden die Schüler thematisch in kleinere Gruppen aufgeteilt, in denen jeder Begriff um ein weiteres Wort ergänzt wurde. Aus diesen Vorgaben entwickelte dann jeder Schüler ein Gedicht.
Die Klasse war sehr motiviert, und so entstanden im Laufe des Workshops viele gelungene, lustige und bewegende Gedichte zu den verschiedensten Themen von Liebe und Freundschaft, über Strandwanderungen und der Sehnsucht nach dem Wochenende, bis hin zu den Freuden des Mofa-Fahrens.
Die Schüler gestalteten ihre Werke noch liebevoll mit Illustrationen, so dass alle eine schöne Erinnerung an einen gelungenen Workshop nach Hause nehmen konnten. (uz)

 

5. März
Stipendiat aus
USA
Larry Sipe ist zwischen März und Juni Stipendiat in der Internationalen Jugendbibliothek. Er ist Professor für Kinder- und Jugendliteratur an der University of Pennsylvania. Larry besitzt einen Collegeabschluss in Literaturwissenschaft und hat seine Doktorarbeit im Bereich Kinderliteratur an der Ohio State University in Columbus, Ohio verfasst. In München forscht Larry über peritextuale Elemente in internationalen Bilderbüchern und wie diese Elemente den Leser auf das Buch vorbereiten. Peritextuale Elemente sind beispielsweise das Buchcover, die Titelseite oder die Widmung. In seiner Arbeit als Professor für Kinder- und Jugendliteratur interessiert Larry sich besonders für Bilderbücher. In den USA führt er regelmäßig Forschungsprojekte durch, in denen die Buchrezeption von Kindergarten- und Grundschulkindern sowie die Interaktion mit den Lehrern beobachtet wird. Mit seinen Forschungsergebnissen möchte Larry die Lehrer dazu ermuntern, mit den Kindern auch auf peritextuale Elemente einzugehen, da sie ihnen möglicherweise helfen werden, das Buch besser zu verstehen. (uz)

 
1. März
Stipendiatin aus Brasilien

Renata Nakano hat von März bis Juni ein Forschungsstipendium an der Internationalen Jugendbibliothek. Sie stammt aus Sao Paulo, Brasilien und hat dort an der Universität Anhembi-Morumbi Publizistik studiert. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Publizistin und entwickelt für verschiedene Verlage Projekte im Bereich Kinderliteratur. In München forscht Renata über Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Interaktionsstrategien in virtuellen und gedruckten Erzählungen. Hier möchte Renata internationale Bilderbücher mit elektronischen Medien, also beispielsweise dem Computer, vergleichen. Ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Medien, so berichtet sie, sei die unterschiedliche Erzählstruktur: während Bücher oft eine lineare Struktur aufweisen, sind beispielsweise Webseiten, die durch Hyperlinks regelmäßig auf andere Inhalte verweisen, sehr viel weniger linear. Ihre Forschungsergebnisse möchte Renata gerne in einer der brasilianischen Fachzeitschriften für Kinderliteratur veröffentlichen. (uz)
 
18. Februar - Alle mal herhören!
Im 50. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels stehen die Siegerinnen der Stadt München fest!

Am 18. Februar wurden in der Internationalen Jugendbibliothek die Vorlesesieger des Münchner Stadtentscheids gekürt. In der Gruppe der Hauptschulen gewann Madita Naumann von der Volksschule an der Sambergerstraße. Madita las aus dem Buch „4x Herz und Caffè Latte“ von Maiken Nielsen. In der Sparte der Gymnasien ging der erste Platz an Aylin Bahcekapili vom Lion-Feuchtwanger-Gymnasium, die Ulrike Blieferts Roman „(K)ein Junge wie Paul(a)“ mitgebracht hatte. Aber auch die anderen 15 Teilnehmer wussten Publikum und Jury mit ihrer Buchauswahl zu unterhalten. Die Sechstklässler lasen aus einem bunten Mix von beliebten Klassikern, Neuerscheinungen und phantastischen Abenteuern und steckten sich gegenseitig mit ihrer Begeisterung für Bücher an. So wurden Lesetipps ausgetauscht und die Lust auf neue Geschichten geweckt.

Als Überraschungstext, den die Schüler unvorbereitet lesen mussten, lockerte Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und der Tieferschatten“ die Stimmung auf. Alle Teilnehmer freuten sich über ihre Urkunden und das Buchgeschenk „Tote Maus für Papas Leben“ von Marjolijn Hof. Madita und Aylin erhielten als Gewinnerinnen außerdem einen Büchergutschein im Wert von 10 Euro, einen bunten Blumenstrauß und natürlich die Einladung, am Bezirksentscheid Oberbayern Süd teilzunehmen. (uz)
 

 

Besuch aus Paris hatte die Internationale Jugendbibliothek am 17. Februar 2009. Fatiha Djiaba und Philippe Sylvestre, Verleger des französischen Kinderbuchverlags Circonflexe, kamen nach München, um sich ein Bild von der internationalen Sammlung im Bücherschloss zu machen. Der Verlag, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert und sein Augenmerk auf die Veröffentlichung von internationalen Bilderbüchern richtet, die in ihren Heimatländern als Standardwerke gelten, möchte die IJB als Berater gewinnen. (ek)
 

12. Februar
Auf nach Animamur!

Lautete das Motto der fröhlichen Veranstaltung mit Frank Bornkamp am Donnerstag, den 12. Februar in der Kinderbibliothek. Fast 20 Kinder zwischen fünf und acht Jahre begleiteten den Erzähler und Liedermacher auf seiner literarischen Entdeckungsreise in das phantastische Land Animamur, dem Paradies der Tiere. Frank Bornkamp gelang es mühelos, die Kinder in sein Programm einzubinden. So verwandelte er flugs die Anwesenden in einzelne Tiere, die in seiner Erzählung die Hauptrollen spielten – die Ziege Jammerle durfte ebenso wenig fehlen, wie die Henne Elvira, der Eber Reinhard oder das Ferkel Karlchen. Gebannt lauschten die Kinder der Erzählung rund um den Jungen Peter und seinen Hund Rufus und sangen bei den eingeschobenen Lieder sofort mit. (uz)

 
Erste Stipendiatin des Jahres 2009
Im Februar konnte die Internationale Jugendbibliothek eine neue Stipendiatin begrüßen: Montse Pena Presas ist Dozentin für Galizische Philologie an der Universität von Santiago de Compostela/Spanien. In München forscht Montse für ihre Doktorarbeit, die sich mit der Rolle der Frau in der galizischen Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt. Nach einem Master in Publizistik ist dies Montses erstes größeres Projekt in der Kinder- und Jugendliteraturforschung. Dennoch ist sie kein Neuling auf dem Gebiet – sie rezensiert für mehrere galizische Zeitungen und Fachjournale regelmäßig Kinder- und Jugendbücher. (uz)
 


Musiker Joszko Broda und Illustrator Józef Wilkon

29. Januar 2009
Eröffnung der Ausstellung Und die Tiere kamen zu zweit
Auch die unwirtlichen Januartemperaturen konnten die über 150 Gäste nicht fernhalten, als im Jella-Lepman-Saal der Internationalen Jugendbibliothek am 29. Januar die Ausstellung Und die Tiere kamen zu zweit. Józef Wilkón und die aktuelle polnische Kinderbuchillustration eröffnet wurde. Künstler und Kulturinteressierte aus Polen und Deutschland erlebten eine Weltpremiere, denn die Exponate sind in dieser Zusammenstellung noch nie gezeigt worden. Józef Wilkon, einer der weltweit bekanntesten Kinderbuchillustratoren, hat nicht nur eine Auswahl seiner Bilder, Skizzen und Objekte zur Verfügung gestellt, sondern auch eine Art Patenschaft für 10 junge polnische IllustrationskünstlerInnen übernommen. Ihre Arbeiten stehen in der Ausstellung stellvertretend für die stilistische Vielfalt im polnischen Bilderbuch der Gegenwart. Zur Eröffnung gaben sich neben Józef Wilkon höchstpersönlich auch Grażka Lange und Marta Ignerska, zwei der gezeigten Illustratorinnen, die Ehre. Die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, hieß die Künstler auf Schloss Blutenburg willkommen und begrüßte die Ehrenäste vom polnischen Generalkonsulat in München. Generalkonsulin Elżbieta Sobótka sowie Grażyna Strelecka, Konsulin für Kultur, hatten die Zusammenarbeit mit der Internationale Jugendbibliothek zur Chefaufgabe gemacht und so die Ausstellung mit ermöglicht. Die Begeisterung aller Beteiligten für das ambitionierte Projekt wurde in den Eröffnungsreden und Grußworten deutlich. Auf ebenso große Zustimmung stießen allerdings der deutsche Wein und die polnische Musik, mit denen ein grenzüberschreitender Abend ausklang. (vs)